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Autor: Franziskus

Der Sonnengesang: „Die Freude der Schöpfung“

Der Sonnengesang: „Die Freude der Schöpfung“

img_2629Liebe Holzknecht Kameraden.

Heute möchte ich Euch zu Predigt einige Strophen von Sonnengesang des hl. Franziskus näher bringen.
Im Sonnengesang gipfelt alles, was für unser eigenes Leben zu bewahren ist. Hier hören wir, wie sehr Franziskus seinem Gott verbunden ist. Er stellt uns die Schöpfung Gottes als „Schwester“ und „Bruder“ zur Seite.
Mit einem unendlichen Lob Gottes beginnt er sein Lied. Franziskus staunt, wir spüren es, ja wir dürfen uns selbst einmal zu einem solchen Staunen über die Schöpfung einladen lassen: Er bewundert Sonne, Mond und Sterne, sowie Wind, Wasser, Feuer und Erde.                                       img_2551

„Höchster, allmächtiger, guter Herr,
Dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen. Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen. „

Was Franziskus als Erstes über die Lippen kommt, ist die Anerkennung der Hoheit und Allmacht Gottes. Doch dieses Gotteslob erschlägt uns nicht, sondern reißt uns mit, zieht uns nach. Hier finden wir, was uns Menschen oftmals fehlt: Die Ehrfurcht vor Gott und seiner Schöpfung. Franziskus nimmt sich ganz zurück, er ist nicht wichtig, Gott ist es, auf den er uns aus der ganzen Schöpfung heraus Vers für Vers hinweist. Franziskus leiht der Schöpfung seine Stimme, um Gott durch sie und für sie Loben und Danken zu können.
Die irdische Elemente: Wind und Wasser gehören zusammen. Dem Wind folgt das Wasser, der Wind bewegt die Wellen des Meeres. „Demütig“ nennt Franziskus das Wasser, weil es immer nach unten drängt. Wasser dient dem Menschen selbstlos und anspruchslos. Es ist ein kostbares Gut, was auch uns modernen Menschen inzwischen ja durchaus bewusst ist. Wasser belebt, erfrischt und reinigt.
img_2556„Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern“.

Wir folgen einer Bewegung von oben nach unten. Selbstkritisch und nachdenklich kommt uns in den Sinn, wie wir mit der Erde, die uns als „Schwester“ und „Mutter“ vorgestellt wird, umgehen: Franz überrascht uns, in dem er die Erde nicht nur als „Mutter“, sondern ebenso als „Schwester“ bezeichnet. Das Gefühl der Abhängigkeit – wie ein Kind von seiner Mutter – wird durch das einer gewissen Nähe und Vertrautheit, wie sie unter Geschwistern üblich ist, ergänzt. Es bleibt spürbar, wie sehr wir Menschen in die ganze Schöpfung einbezogen sind und von ihr abhängig.img_2568
„Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester, den leiblichen Tod; kein lebender Mensch kann ihr entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.  Selig, die sie finden wird in deinem heiligsten Willen“.
Diese Letzte Strophe hat eine besondere Geschichte. Sie ist zuletzt entstanden, zwei Jahre vor seinem Tod und er hat diese Worte sehr bewusst geschrieben.
Tod ist Grund zur Klage, sogar Grund, Gott anzuklagen, vor allem dann, wenn zu früh, völlig überraschend oder mit viel Leiden verbunden daherkommt. Und es ist wichtig, dass wir den eigenen Tod nicht verdrängen. Wir müssen ihn annehmen lernen. Mein Leben hier ist ein Durchgang. Die Welt, auch diese beste Welt, kann und muss nicht letzte Heimat sein.

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„Lobet und preiset meinen Herrn
und dankt und dient ihm mit großer Demut“.

Sein letztes Wort in diesem Lied ist „Lob“ und „Preis“. Diese Worte zeigen uns wie radikal der Glaube des Franz von Assisi ist. Radikal in dem Sinn, wie er seinen Glauben mit seinem ganzen Dasein zum Ausdruck bringt: dienen in großer Demut. „Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ So spricht Jesus. Diese Gottes Worte haben Franziskus begleitet sein ganzes Leben. Amen

Erinnerung an Fürstpropst Wolfgang II Griesstetter – als einziger Propst in der Franziskanerkirche begraben

Erinnerung an Fürstpropst Wolfgang II Griesstetter – als einziger Propst in der Franziskanerkirche begraben


1Wer in der heutigen Franziskanerkirche an der Nordseite entlanggeht, stößt auf ein mächtiges Epitaph: Wolfgang II Griesstetter, Fürstpropst zu Berchtesgaden (1541 -1567). Er wurde auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin nicht wie die meisten anderen Berchtesgadener Fürstpröpste in der Stiftskirche, sondern als einziger Propst in der damaligen Kirche zu Unserer Lieben Frau am Anger begraben. Sein Grabdenkmal wurde schon vor 1560, also noch zu Lebzeiten des Propstes, von dem niederländischen Steinbildhauer Niclas van der Mitter in Rotmarmor gestaltet. Der obere Teil des Epitaphs zeigt eine Pieta mit Assistenzfiguren, links unten demütig kniend der betende Propst mit Wappen und Inful; das Relief dürfte somit Porträteigenschaft haben (s. u. Bild).

Verschleppte Bautafel von 1557 entdeckt
Im Zusammenhang mit der gelungenen Neugestaltung bzw. Renovierung des Berchtesgadener Bahnhofs wurde im Treppenaufgang eine alte, verschleppte Bautafel aus Rotmarmor entdeckt. Sie konnte nun entziffert und baugeschichtlich zugeordnet werden.
Der Text der Inschrift lautet wörtlich: „Anno Dni MDLV II / hat Brost Wolfgang / 2Griesteter disen Pau / machen lassen“ („Im Jahre des Herrn 1557 hat Propst Wolfgang Griesstetter diesen Bau machen lassen“). Unterhalb der Textzeilen sind das Stiftswappen und das persönliche Wappen von Stiftspropst Wolfgang II. Griesstetter (Schreibweise auch Griesstätter), er regierte von 1541 – 1567, eingemeißelt. Das Stiftswappen links ist leicht an den gekreuzten Petrusschlüsseln zu erkennen. Das viergeteilte Griesstetter-Wappen daneben zeigt jeweils in zwei diagonalen Feldern auf einem Dreiberg einem Bienenkorb bzw. nach anderer Deutung einer Laterne und sechs stilisierte Helme. Bekrönt werden die beiden Wappen durch die Propstmitra (Inful) mit den beiden geschwungenen Bändern sowie dem weiteren Zeichen seiner kirchlichen Macht, dem Bischofsstab.

Schwieriger gestaltete sich die Zuordnung der Bauinschrift und damit die Suche nach dem  „Bau“. Propst Wolfgang II. würden wir heute als einen modernen Unternehmer in schwieriger Zeit bezeichnen, der über organisatorische Fähigkeiten und wirtschaftliche, auch bergmännische Kenntnisse verfügte. In der Stanggass beim Thannlehen (heute Oberthannlehen) waren damals eine Salzquelle und an der Gmundbrücke ein Steinsalz- lager entdeckt worden. Von diesen beiden Vorkommen versprach man sich finanziell so viel, dass Propst Griesstetter 1555 mit dem Bayernherzog Albrecht V. einen wichtigen, ja entscheidenden Vertrag abschloss. Dabei sagte der Berchtesgadener Propst den Bau eines neuen Pfannhauses zu, also einer Saline zur Auswertung der neu gefundenen Salzlager! Diese Saline wurde auf dem Grunde des ehemaligen Frauenklosters am Anger, nämlich Frauenreut (Fronreut) am früheren Güterbahnhof, dem heutigen Salinenplatz errichtet. Das Stift Berchtesgaden verfügte nun neben der Saline in Marktschellenberg über eine zweite Sudstätte, in der man ab 1558 über eine Salzrinne auch die Sole aus dem 1517 aufgeschlagenen Petersberg versieden konnte. Diese Saline brannte 1820 ab. Der daraufhin errichtete Neubau wurde nach der Stilllegung der Saline 1927 abgebrochen (1931) und das Grundstück an die Deutsche Reichsbahn verkauft.
Beim Neubau des Berchtesgadener Bahnhofs (1937 – 1940) wurde die funktionslos gewordene Bauinschrift wohl im Turmaufgang neu angebracht. Sie dürfte somit das letzte erhalten gebliebene Relikt der alten Saline von 1557 sein.

3Das prächtige Grabdenkmal in der Franziskanerkirche ist das Zeugnis der kraftvollen Wirtschaft dieses am 14. Juli 1567 im Alter von 77 Jahren verstorbenen Propstes, der seit 1559 zudem den Titel eines Reichsfürsten führte. Grund genug diesem verdienten Landesherren auch eine Straße in Berchtesgaden zu widmen, die Griesstätter-Straße (Verbindungsstraße zwischen Maximilian- und Ludwig-Ganghofer-Straße).

Kurz vor seinem Todes gründete er noch eine großzügige Stiftung, den „Wolfgang- Griesstetter-Fond“, den er mit 10.000 Gulden Stiftungsvermögen ausstattete. „Der geistigen und materiellen Wohlfahrt“ lautete der Stiftungszweck, was sowohl der tiefen Religiosität wie der patriarchalisch-landesherrlichen Fürsorge des gefürsteten Augustiner- Chorherrenpropstes seinen Untertanen gegenüber ideal entsprach.
Und jetzt schließt sich der Kreis: Als ein in Berchtesgaden geborenes Landeskind ersuchte der Studiosus Thomas Kessler am 7. August 1655 um ein Stupendium aus der „Propst- Wolfgang-Griesstetter-Stiftung“4 zum Studium der Philosophie und Theologie an einer katholischen Universität. Später als wohl bestellter Pfarrkaplan in Berchtesgaden unterstützte er zusammen mit dem Stiftsdekan Johann Georg von Leoprechting die Bitte des aus der Gern stammenden Wolfgang Hueber, salzburgischer Unterwaldmeister in der Herrschaft Itter, zum Bau einer Kapelle für dessen geschnitztes Muttergottesbild.

Das war 1666; und so feiert heuer die Pfarrei Berchtesgaden „ 350 Jahre Gnadenbild Maria in der Gern“.

29.09.2016
Johannes Schöbinger Kreisheimatpfleger
„Der Berg ruft“ – Bergmesse auf der Wasseralm

„Der Berg ruft“ – Bergmesse auf der Wasseralm

Liebe Mitglieder des Deutschen Alpen Vereins, liebe Bergkameraden.

Der Berg ruft. Diese Gedanken habe ich für meine Predigt ausgewählt. Diesen Satz hört man ja immer wieder, besonders wenn man gerne in die Berge geht.IMG_0459

Was ruft er denn, der Berg? Also angenommen, er könnte rufen, was würde er uns zurufen? „Komm rauf! Es ist schön hier oben! Hier hat man eine herrliche Aussicht.“ So kann man ähnlich vielleicht empfinden. Was sollte er denn auch sonst rufen?
Der Berg ruft ja wohl kaum: Du wirst sicher schwitzen! Du wirst außer Atem sein! Du musst über unangenehme Wege kämpfen! Vielleicht musst auch an die Grenzen deiner Kräfte kommen und auch mal stürzen!
Sowas ruft der Berg eher nicht.
Wenn uns der Berg ruft – malt er vor allem die schöne Aussicht in den besten Farben aus. Dann will er uns locken. Es ist ja schön oben besonders hier auf der Wasser alm zu sein.
Für uns Bergkameraden sind die Berge zu einer zweiten Heimat geworden. Wir haben uns in der Bergwelt eingerichtet wie in den eigenen vier Wänden. Auf bekannten Wegen, gehen wir auf unsere Hausberge. IMG_0427

Wir haben unsere Berghütten; da kennt der Wirt seine Stammgäste und serviert ihnen die Brotzeit, noch bevor einer den Rucksack in die Ecke gestellt hat. Man singt die vertrauten Berglieder, tauscht Erfahrungen aus und schlisst Freundschaften unter Bergkameraden.

Die Bergwelt ist eine Welt wo das Leben hart ist und voller Gefahr. Aber wenn man am Abend glücklich und zufrieden nach Hause kommt, dann sind uns unsere Berge noch enger ans Herz gewachsen.
Solche Berge erzählen. Sie halten große Mythen und Traditionen fest. Gott ist oben. Und wenn man ihm nahe kommen will, dann muss man hinauf.
Berge führen immer an Grenzen. Grenzen der körperlichen und der mentalen Leistungsfähigkeit. In der Bibel sind Berge Symbole der Begegnung von Himmel und Erde. Menschen, auch Jesus begegnen Gott in besonderer Weise an diesen Orten.
IMG_0563Die drei Apostel erleben mit Jesus auf dem Berg wunderbare Augenblicke. Diese wunderbare Zeit möchte Petrus gern festhalten darum möchte er Hütten bauen, um diese gemütliche Gemeinschaft zu bewahren!
Es ist schön auf dem Gipfel zu sein, aber das darf nicht ewig so sein. Genauso wie die Apostel müssen wir runter vom Berg. Hinunter zu den Menschen, dorthin, wo wir gebraucht werden!
Wir haben gleich die Möglichkeit dasselbe zu tun. Wenn wir von der Wasser Alm zurück nach Hause kommen, dann nutzen wir doch diese Minuten der Besinnung.

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Danken wir Jesus dafür, dass er uns durch sein Wort und sein Mahl gestärkt hat. Und bitten wir ihn, uns zu zeigen, welche Menschen da unten jetzt das seine Worte oder seine helfende Taten brauchen, die gerade wir ihnen bringen sollen.
Runter vom Berg, das kann auch heißen: Hinunter in das Tal des Alltags. Wer mit Jesus auf dem Gipfel und in seinem Licht stand, der kann dieses Licht im Herzen mitnehmen, um dunkle Täler für sich selbst oder für andere auszuleuchten. Und wer Jesu Wort auf dem Berg gehört hat, darf seiner Begleitung auch im Tal gewiss sein.IMG_0480

Der Berg ruft! Jesus will uns in seinem Wort begegnen, hier auf der Wasser Alm. Und danach heißt es dann wieder: Runter vom Berg, hinunter zu den Menschen, um ihnen Jesus zu bringen. Jesus geht mit uns. Er ist unser Begleiter auf dem Berg und im Tal unseres Lebens. Amen

ROM IM JAHR DER BARMHERZIGKEIT

ROM IM JAHR DER BARMHERZIGKEIT

“Alle Wege führen nach Rom”, sagt ein altes Sprichwort, das auf diese Weise die Großartigkeit und die Bedeutung Roms als “caput mundi”, als Hauptstadt der Welt mit seiner 3000jährigen Geschichte hervorhebt. Diesem Motto folgend machte sich unlängst eine Pilgergruppe mit fast 50 Personen aus dem Pfarrverband Stiftland Berchtesgaden unter der Leitung von Pfarrer Msgr. Dr. Thomas Frauenlob auf den Weg in die ewige Stadt, um entlang der vier heiligen Pforten nicht nur das geistliche Rom zu erleben, sondern au160505_romfahrt02ch ein wenig vom größten Kunstparcours der Welt zu erfahren.

Gleich nach der Ankunft am Flughafen Fiumicino (Leonardo da Vinci) ging es mit dem Bus zur Basilika San Paolo fuori le mura (St. Paul vor den Mauern), wo die erste Heilige Pforten durchschritten wurde. Die Kirche galt bis zum Neubau der Peterskirche als größte und schönste Kirche Roms, reich mit Mosaiken und Malereien geschmückt. 1823 brannte die Kirche ab. Wenig blieb verschont, darunter die einmalige Apsis. Im neoklassizistischen Neubau befindet sich unter dem Ziborium, dem Hauptaltar, das Grab des Apostels Paulus!

Seit dem 5.Jh. ist es üblich, oberhalb des Säulenfrieses Porträts der Päpste in Mosaikmedaillons anzubringen. Als der Platz für neue Bilder knapp wurde, kam die Legende auf, dass die Welt bald zu Ende gehe. Man schaffte unterhalb genügend Raum für weitere Medaillons, und so ist die Welt vorläufig gerettet.

Der erste Eindruck von der Dimension einer römischen Basilika wurde noch am gleichen Nachmittag weit übertroffen, als die Pilgergruppe die Heilige Pforte des Petersdoms durchschritt und diesen unter den sachkundigen kunsthistorischen Erläuterungen von Pfarrer Frauenlob besichtigte.

      Pilgergruppe

Schwer zu beschreiben ist das Gefühl beim Blick hinauf zur gewaltigen und grandiosen Kuppel des Michelangelo. 120m hoch wird sie von mächtigen Pfeilern getragen. In ihren vier Nischen sind vier prächtige Heiligenfiguren aufgestellt, darunter auch der hl. Andreas. Über dem Papstaltar mit dem „heiligen Stuhl“ erhebt sich der von Bernini geschaffene Baldachin aus Goldbronze, gegossen aus der Bronzeverkleidung der Vorhalle des Pantheon, was zu dem berühmten Spottvers auf den Barberini-Papst Urban VIII führte: „Was die Barbaren nicht getan haben, das hat der Barberini getan!“

Beeindruckend war für alle neben den prächtigen wie imposanten Papstgräbern vor allem der Blick auf Michelangelos Meisterwerk „La Pietà“. Das Verweilen im Petersdom bedeutet für jeden Christen ganz besonders, tiefes Erlebnis. Wahrscheinlich nur zu übertreffen vom Betreten des von Gianlorenzo Bernini geschaffenen Petersplatz mit dem Besuch der wöchentlich Generalaudienz von Papst Franziskus. Für viele war es ergreifend, den Papst aus unmittelbarer Nähe zu sehen und etwas von dessen Ausstrahlung mitzunehmen.

160505_romfahrt01       Dem Papst ganz nahe

Am Nachmittag stand das barocke Rom auf dem Programm: Piazza Navona mit Berninis Prunkstück, Vierströmebrunnen, gekrönt von einem Obelisken sitzen dort die Flussgötter Donau, Nil, Ganges und Rio dela Plata. Mit flottem Schritt ging es weiter zur Nationalkirche aller deutsch Sprechenden, der Kirche Santa Maria dell‘ Anima.

Nach einer kurzen Einkehr in der besten Eisdiele Roms, auch das gehört zu einem Romaufenthalt, war das nächste Ziel das Pantheon (Santa Maria Rotonda). Das Licht fällt in den altrömischen Rundbau allein durch die 9m breite Öffnung in der Kuppel. Nächste Station war Sant´Ignazio, die zweitgrößte Jesuitenkirche in Rom; hier wurde unser Pfarrer Frauenlob zum Priester geweiht – innehalten und über das himmlische Geschehen im barocken Deckenfresko staunen.

Ein weiterer Höhepunkt folgte am nächsten, als die Wallfahrer mit Friedrich Kardinal Wetter in Santo Stefano Rotondo, der Primizkirche von Monsignore Thomas Frauenlob, eine Heilige Messe feiern durften, bei der zugleich eine vom bayerischen Förderkreis gestiftete neue Orgel eingeweiht wurde. Unter den vielen, dem Märtyrer Stephanus gewidmeten Kirchen, ragt S.Stefano Rotondo besonders hervor, gilt sie doch als älteste Rundkirche (5. Jhd.). In seiner Predigt ging Kardinal Wetter auf das Wirken des hl. Stephanus ein und bezog es auf die heutige Zeit.

Ein Großteil der Gruppe konnte mit Pfarrer Frauenlob die Ausgrabungen unter dem Petersdom besuchen. Papst Pius XII ließ nach dem Petrusgrab suchen. Es kamen 22 Mausoleen und diverse Gräber zum Vorschein z. T. bereits mit christlicher Symbolik. An einer Wand fand sich eine sehr primitiv gekratzte Inschrift “Petrus rogat” (Petrus fragt, die man auf den Apostelfürsten bezieht. Ferner wurde eine Art Altar gefunden, der bereits im 2. Jh. eine Stätte der Verehrung für den Apostelfürsten Petrus war. Eine Fülle von Indizien für das Petrusgrab und dass die Tradition der großen Basilika gesicherte historische Wurzeln hat.

Danach erneut ein „Spaziergang“ ins barocke Rom zur Spanischen Treppe, zur Piazza Barbarini und zur Fontana di Trevi. Nicht nur die Bauwerke, vor allem auch das immense Wissen und die fundierten Erklärungen von Pfarrer Frauenlob, führten bei allen zu großem Erstaunen und Bewunderung.

Stets ließ die Gruppe den Tag gemütlich ausklingen, denn auf Restaurant Empfehlungen seitens der „geistlichen“Reiseleitung mit 16jähriger römischer Erfahrung war immer Verlass.

Am nächsten Tag wurde die dritte Heilige Pforte in der Basilika Santa Maria Maggiore besucht; der Legende nach von Papst Liberius (reg. 352-366) erbaut wurde, als im August auf dem Hügel Esquilin Schnee und zwar genau in der Form eines Kirchengrundrisses gefallen war. Besonders schön ist außer der golddurchdrungenen Kassettendecke der bunte marmorne Fußboden, eine Kosmatenarbeit aus dem 12Jh.

160505_romfahrt04      Porta Santa

Über die große römische Prozessionsstraße der Via Merulana, vorbei an der Kirche San Prassede aus dem 5.Jh ging es nach San Giovanni in Laterano, dem wohl geschichtsträchtigsten Ort Roms, die eigentliche Papstkirche und die ehemalige Papstresidenz, wo die vierte Heilige Pforte durchschritten wurde. Zudem gilt die Lateranbasilika gilt als die älteste, christliche Kirche Roms. Sie geht auf eine Schenkung Kaiser Konstantins I. zurück. Unter Papst Silvester I. (reg. 314-335), entstand die fünfschiffige Basilika, die dem Erlöser (Salvator) geweiht wurde. Nach diesem Vorbild entstanden später Kathedralen im gesamten christlichen Abendlandes. Insofern ist es auch kunsthistorisch richtig, wenn auf dem Portikus steht: “Caput et Mater ecclesiarum Urbis et Orbis”, Haupt und Mutter der Kirchen der Stadt (Rom) und des Erdkreises.

Zu einem Rombesuch gehören auch die berühmten Sehenswürdigkeiten des antiken Rom wie Kolosseum, Forum Romanum, Capitol und Santa Maria in Aracoeli. Immer hatte Pfarrer Frauenlob die nötigen historischen Daten sowie die entsprechenden Interpretationen parat.

160505_romfahrt03         Blick auf das Forum Romanum

Am Morgen des Abreisetages bestiegen einige die Kuppel des Petersdomes und genossen eine grandiose Aussicht auf die Stadt und den Vatikan. Mit der abschließenden Messe im Campo Santo Teutonico, in der Kirche am deutschen Friedhof im Vatikan, ging eine eindrucksvolle Wallfahrt zu Ende, die geprägt war von einer harmonischen Stimmung innerhalb der Gruppe, von Fröhlichkeit und Besinnlichkeit verbunden mit großer Dankbarkeit, diese schönen Tage in Rom miterlebt haben zu dürfen, um so mit dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ein ganz besonderes, bleibendes Erlebnis zu verbinden.

Fasten & Osterzeit

Fasten & Osterzeit

Fastenzeit

Im christlichen Glauben findet die 40-tägige Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag statt. Dabei werden die Sonntage als sogenannte Feiertage der Auferstehung nicht mitgerechnet. Dieser Brauch lässt sich in der Geschichte des Christentums bis in das 4. Jahrhundert zurückverfolgen und wird auch heute noch von gläubigen Christen praktiziert. Die Fastenzeit geht dem Osterfest voraus und erinnert an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste verbrachte. Die Fastenzeit beginnt direkt nach Fastnacht, also im Anschluss an die fünfte Jahreszeit.

Charakteristisch für die Fastenzeit ist es, dass kein Halleluja und das Gloria nur an Hochfesten gesungen wird. Ferner bleiben auch die Kirchenglocken leise, und zwar in der Zeit zwischen dem Gloria des letzten Abendmahls an Gründonnerstag bis zum Gloria in der Osternacht. In diesem Zeitraum werden ersatzweise Ratschen verwendet. Außerdem ist in den Kirchen außer am Lätare, dem vierten Fastensonntag, kein Blumenschmuck vorhanden. Die sogenannten Altarretabeln, also die Tafeln, die sich hinter den Altären befinden, sind in der Fastenzeit häufig zugeklappt, sodass nur die einfache Rückseite zu sehen ist. Ab dem fünften Fastensonntag werden auch die Kreuze und Standbilder durch ein violettes Tuch verhüllt.

Während der Fastenzeit sollen Gläubige vor allem beten, fasten und geben. Somit setzen sie sich auch gegen Not und Ungerechtigkeit in der Welt ein. Während das Beten und das Fasten oftmals persönliche Aspekte der Fastenzeit darstellen, wird das Geben oftmals durch die Unterstützung von Hilfsorganisationen oder Hilfswerken der Kirche ausgelebt. Beim Fasten geht es jedoch nicht ausschließlich um den Verzicht auf Nahrungsmittel. Vielmehr ist es eine Zeit der Besinnung, die gläubige Christen nutzen, um sich ihrem Leben bewusst zu werden und sich auf die bevorstehende Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi vorzubereiten.

Der biblische Hintergrund der Fastenzeit sind die 40 Tage und 40 Nächte, die Jesus in der Wüste verbrachte, in die er vom Heiligen Geist geführt wurde. Hier musste Jesus seinen Glauben unter Beweis stellen, indem er den Versuchungen des Teufels widerstand. Die Zahl 40 hat in der Bibel einen symbolischen Charakter und steht für eine Zeit des Wandels beziehungsweise des Übergangs und der Vorbereitung. So dauerte zum Beispiel auch die Sintflut 40 Tage und 40 Nächte, nach der Taufe zog sich Jesus für 40 Tage zurück und ganze 40 Jahre lang zog das Volk Israels durch die Wüste.
Der Text „Fastenzeit“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

»Das hat mit Körperverschönerung nichts zu tun«

Berchtesgaden – Mit dem »Aschermittwoch« beginnt heute für Christen ein 40-tägiges Fasten und Beten zur Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. Die Fastenzeit soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. In der heutigen Zeit nutzen jedoch viele Menschen diese Zeit, um durch Fasten abzunehmen und dadurch gesünder zu leben. Dies ist für Franziskaner-Pater Kajetan nicht das Wichtigste, vielmehr betrachtet der Geistliche diesen Zeitraum als Zeit der Umkehr zum Glauben.

FastenIn der rechten Hand die Bibel für die Seele, in der linken ein Berchtesgadener Kochbuch für den Leib. »Denn auch in der Fastenzeit muss der Mensch etwas essen«, sagt Pater Kajetan. (Foto: Wechslinger)

Pater Kajetan empfiehlt den Menschen, im Alten Testament über Hiob nachzulesen (Hiob 2,1-10), der alles verloren hat: Hab und Gut, seine Kinder und seine Gesundheit. Dennoch blieb er im Glauben an Gott unerschütterlich. Statt Anklage zu erheben oder sich in Fastenkuren zu ergehen, sollten die Menschen ihren Glauben stärken. »Abnehmen und seinen Körper zu verschönern, hat nichts mit dem Sinn der Fastenzeit zu tun, dazu gehört etwas mehr«, betont Pater Kajetan.
Der Mönch vergleicht die Fastenzeit mit dem Aufenthalt in einer Wüste, wo es auch keine Annehmlichkeiten gibt, aber der Mensch mit sich ins Reine kommt und den Weg zu Gott findet. Fastenzeit sei auch eine Möglichkeit, in der ein Mensch Bilanz über sein Dasein ziehen könne. Christus sei für die Menschen am Kreuz gestorben, daher sollten die Menschen versuchen, ihn im Gebet zu treffen, und nicht an ihm vorbeigehen. Der Mensch tue auch gut daran, gerade in der Fastenzeit, frei nach dem heiligen Franziskus, sich nicht so wichtig zu nehmen, denn der Mensch sei vergänglich. »Wichtig ist indes, Gott für sein eigenes Dasein zu danken«, sagt Kajetan.
Ein weiterer Gedanke des Franziskanerpaters ist die Anregung, anderen zuzuhören, sich in die Lage des anderen zu versetzen, zu verzeihen und zu vergeben.
Fragen wie »Wie geht es dir?« seien doch oft nur Floskeln und recht oberflächlich, findet der Pater. Die Fastenzeit könne auch dazu dienen, mehr auf den anderen zuzugehen und ihm aus einer möglichen Not zu helfen. Dazu diene oft schon das Zuhören, man müsse nicht immer selbst sprechen. Zu fasten heiße auch Buße zu tun, sich von gewissen weltlichen Dingen abzukehren und zurück zum Glauben zu finden. Auch Schuld zu vergeben gehört für Pater Kajetan zur Fastenzeit.
Die Fastenzeit soll den Menschen im Glauben stärken und den Glauben an Gott bewusster machen. »Leider«, bedauert Pater Kajetan, »nehmen in der heutigen Zeit viele Menschen Gott nicht mehr ernst. Es ist doch die Aufgabe der Eltern, den Kindern und Jugendlichen ein Vorbild zu sein.«
Gegen Ende der Fastenzeit haben die Menschen in der Karwoche die Möglichkeit, im Franziskanerkloster die Beichte abzulegen. Die drei Franziskaner-Patres warten mit Freude auf die Gläubigen, um sie von ihren Sünden loszusprechen. Denn der liebe Gott sei kein Mathematiker, schloss Pater Kajetan seine Gedanken zur Fastenzeit. Christian Wechslinger
Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

Karwoche

Die Karwoche dauert vom 20. März bis zum 26. März 2016 und ist eine der für Christen wichtigsten Wochen des Kalenderjahres. Sie ist im Kirchenjahr die letzte Woche der Fasten- oder Passionszeit und die Trauerwoche vor Ostern. Die Karwoche besteht aus verschiedenen Feiertagen, wie dem Palmsonntag, dem Gründonnerstag und dem Karfreitag, der ein gesetzlicher Feiertag und damit bundesweit arbeitsfrei ist. Der Ostersonntag zählt zwar nicht zur Karwoche, jedoch zur Heiligen bzw. Stillen Woche, wie die Karwoche in der katholischen Liturgie bezeichnet wird, und ist in Brandenburg ein gesetzlicher Feiertag. In der Heiligen oder Stillen Woche, wie die Karwoche auch genannt wird, gedenken die Christen der Passion, also dem Leidensweg Jesu.

Häufig finden in der Karwoche sogenannte Kreuzwanderungen statt. Hierbei handelt es sich um nachgebildete Wallfahrtswege des Leidenswegs Jesus Christi. Traditionell sind der Karfreitag und der Karsamstag die einzigen zwei Tage im Kirchenjahr, an denen keine Heilige Messe stattfindet. Eine weitere Tradition in der Karwoche ist das Schweigen der Glocken katholischer Kirchen vom Abend des Gründonnerstags bis zu Feier der Osternnacht. Um die Gläubigen an den Gottesdienst zu erinnern werden ersatzweise Ratschen oder andere Holzwerkzeuge verwendet.

Trotz des Begriffs der Karwoche sind die eigentlichen Kartage nur der Gründonnerstag sowie der Karfreitag und Karsamstag. An diesen drei Tagen wird an das Leiden, den Tod und schließlich an Jesus‘ Auferstehung erinnert. „Grün“ leitet sich von „gronan“ (weinen) ab und bezieht sich auf die Tränen derjenigen, die nach der Buße wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Am Gründonnerstag wird dem letzten Abendmahl gedacht, das Jesus mit seinen Jüngern abhielt. Der Karfreitag erinnert an sein Leiden und Sterben am Kreuz. Der Karsamstag, der Tag der Grabesruhe, dient als Vorbereitung für Ostern, den Feiertag der Auferstehung Jesus Christi.

Der Begriff Karwoche ist im deutschsprachigen Raum üblich. In anderen Sprachen wird von der Großen oder Heiligen Woche gesprochen. Abgeleitet wird der Name vom althochdeutschen „kara“. Kara steht für Kummer und Trauern und das ist es, was Christen in dieser Woche machen: Sie trauern um das Leid, dass Jesus für sie durchleben musste und um seinen Tod. Für den Montag, Dienstag und Mittwoch der Karwoche hat sich die Vorsilbe „Kar“ nicht durchsetzen können.
Der Text „Karwoche“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Gedanken-zum-karfreitag

DIE PASSION CHRISTI

Ostern

Mit Ostern findet das wichtigste christliche Fest statt. An diesem Tag wird im Christentum die Auferstehung Jesu Christi nach seinem Tod am Kreuz gefeiert. Seine Auferstehung wird im Neuen Testament bezeugt und verkündet und fand am dritten Tag nach seinem Tod statt. Da mit dem Karfreitag der Todestag selbst als erster Tag gezählt wird, gilt der Ostersonntag als der dritte Tag und somit als Tag der Auferstehung Jesu Christi.

Das Osterfest wird von katholischen, protestantischen, griechisch-orthodoxen, koptischen und armenischen Christen gefeiert – jedoch nicht von allen zum selben Zeitpunkt. Es existieren unterschiedliche Grundlagen zur Berechnung des Osterdatums.
Da es sich bei Ostern um einen beweglichen Feiertag handelt, findet das Fest jedes Jahr zu einem anderen Datum statt. Im Jahr 325 wurde als Datum für das Osterfest der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Ostern kann bezogen auf die Westkirche nur auf den Zeitraum zwischen dem 22. März und 25. April fallen, womit auch die deutschen Osterferien als Schulferien rund um Karfreitag und Ostermontag stets in diesem Zeitraum liegen. Karfreitag und Ostermontag sind zudem bundesweit gesetzliche und damit arbeitsfreie Feiertage. Die weiteren beweglichen Feiertage des Jahres wie Christi Himmelfahrt und Fronleichnam lassen sich über das Osterdatum berechnen, von dem sie abhängig sind. Mit dem Osterfest endet auch die 40-tägige Fastenzeit, die an Aschermittwoch beginnt und an Karfreitag endet und an die 40 Tage erinnern soll, die Jesus in der Wüste verbrachte.
Zum Osterfest gibt es diverse Bräuche. Als Ostereier gelten bunt gefärbte Eier, die entweder echte Hühnereier oder aber auch Eier aus Plastik sein können. Ostereier werden zu Ostern versteckt, gegessen und verschenkt. Zudem gibt es eine große Auswahl an Schokoladeneiern und anderen Süßigkeiten in Eier-, Küken- oder Hasenform. Eier aus Holz werden zudem oft als Dekoration verwendet. Eine Osterkerze wird traditionell während des Gottesdienstes in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag entzündet. Diese Nacht steht für den Übergang vom Tod zum Leben.
Bei Familientreffen zu Ostern, die sich aufgrund der Feiertage und dem verlängerten Wochenende anbieten, wird oft ein Osterlamm gebacken – also ein Kuchen in Form eines Lammes.
Die Osterzeit dauert 50 Tage an, wobei sie in der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag beginnt und mit Pfingsten endet. Als Vorläufer des christlichen Osterfestes gilt das jüdische Fest Pessach. Für Christen ist Ostern wichtiger als Weihnachten. Sie sehen in der Auferstehung Jesu Christi eine Nachricht Gottes und gehen davon aus, dass jeder Mensch, der an Gott, Jesus und den Heiligen Geist glaubt für immer jeden Schmerz und sogar den Tod überwinden kann. Gottes Zusicherung, dass jedes Ende gleichzeitig einen neuen Anfang bedeutet, gilt als die Botschaft des Ostersonntags. Für einige Protestanten gilt der Karfreitag als das höchste Fest, da Jesus an diesem Tag mit seinem Tod die Menschheit von der Erbsünde erlöst habe.
Der Text „Ostern“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

AUFERSTANDEN

Jahr der Barmherzigkeit

Jahr der Barmherzigkeit

Die katholische Tradition, ein Heiliges Jahr (Jubiläumsjahr) zu feiern, begann mit Papst Bonifatius VIII. im Jahr 1300, und schon seit 1475 wird alle 25 Jahre ein ordentliches Jubiläum begangen, um jeder Generation zu erlauben, diesen Moment wenigstens einmal im Leben zu erfahren.

Barherzigkeit-1NEU - KOPIA

Papst Franziskus hat das vor uns liegende Kirchenjahr zum »Jahr der Barmherzigkeit« erklärt.

Am 8. Dezember wurde es eröffnet, genau 50 Jahre nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, und es wird bis zum Ende des Kirchenjahres am Christkönigssonntag 2016 begangen.
Ein Jahr lang sind wir eingeladen, über das Geheimnis der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes nachzudenken und sie neu für unser Leben zu entdecken.  Die liebende Zuwendung Gottes, die wir selbst erfahren, ermutigt uns, dass auch wir unseren Nächsten barmherzig und geduldig begegnen.

SCHREIBEN VON PAPST FRANZISKUS, MIT DEM ZUM AUSSERORDENTLICHEN JUBILÄUM DER BARMHERZIGKEIT DER ABLASS GEWÄHRT WIRD“

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Meine Gedanken gehen zuerst zu allen Gläubigen, die in den einzelnen Diözesen oder als Rompilger die Gnade des Jubiläums leben werden. Ich möchte, dass der Jubiläumsablass jeden als wirkliche Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes erreicht, der allen mit dem Antlitz eines Vaters entgegenkommt, der annimmt und vergibt, indem er die begangene Sünde vollkommen vergisst. Um den Ablass zu leben und zu erlangen, sind die Gläubigen aufgerufen, als Zeichen der tiefen Sehnsucht nach wahrer Umkehr einen kurzen Pilgergang zur Heiligen Pforte zurückzulegen, die in jeder Kathedrale oder vom Diözesanbischof bestimmten Kirche und in den vier päpstlichen Basiliken in Rom geöffnet wird. Ebenso lege ich fest, dass der Ablass auch erlangt werden kann in den Wallfahrtskirchen, wo die Pforte der Barmherzigkeit geöffnet wurde, sowie in den traditionell als Jubiläumskirchen ausgewiesenen Gotteshäusern. Es ist wichtig, dass dieser Moment vor allem mit dem Sakrament der Versöhnung und der Feier der heiligen Eucharistie einschließlich einer Reflexion über die Barmherzigkeit verbunden ist. Es wird nötig sein, dass diese Feiern das Glaubensbekenntnis ebenso umfassen wie das Gebet für mich und für die Anliegen, die mir am Herzen liegen zum Wohl der Kirche und der ganzen Welt.“

SCHREIBEN VON PAPST FRANZISKUS

Film zur Eröffnung der Pforte der Barmherzigkeit

Stift_heilige_pforte_kleinAm 13. Dezember 2015 wurde die Pforte der Barmherzigkeit an der Stiftskirche in Berchtesgaden feierlich eröffnet. Die Besucher des Gottesdienstes am Abend des dritten Adventsonntag erlebten einen feierlichen, vorweihnachtlich besinnlichen Gottesdienst mit, der Gelegenheit zur inneren Einkehr und Stille bot und in seiner eher schlicht gehaltenen Ausrichtung der päpstlichen Grundhaltung entsprach und auch die Grundsätze des Patrons des neu gegründeten Pfarrverbands verinnerlichte, der die „Treue im Kleinen“ als Vorsatz seines Lebens gewählt hatte.

BERCHTESGADEN IM HEILIGEN JAHR

Eröffnung der Hl. Pforte der Barmherzigkeit
Papst Franziskus
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Was ist ein Heiliges Jahr?

Das Heilige Jahr ist traditionell ein Jahr der Vergebung und der Buße für die Sünden jedes einzelnen. Auch ist es ein Jahr der Versöhnung zwischen Feinden und ein Jahr der Bekehrung, um das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Bis zum heutigen Tag gab es 26 ordentliche Jubiläen, das letzte war das Jubiläum des Jahres 2000, das von Johannes Paul II ausgerufen worden war.

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Was ist ein außerordentliches Jubiläumsjahr?

Ein außerordentliches Jubiläum kann zu einer besonderen Gelegenheit oder aufgrund eines besonders bedeutsamen Ereignisses ausgerufen werden, wie es der Fall dieses Jahres der Barmherzigkeit ist.

Das erste außerordentliche Jubiläum gab es im 16. Jahrhundert und die beiden letzten waren 1933, als Papst Pius XI. 1900 Jahre der Erlösung feiern wollte und 1983, als der heilige Johannes Paul II. es verkündete, um die 1950 Jahre nach Tod und Auferstehung Christi zu ehren.
Was ist ein vollkommener Ablass?

Ein Heiliges Jahr bietet den Gläubigen die Möglichkeit, einen vollkommenen Ablass zu gewinnen. Laut Paragraph 1471 des Katechismus der Katholischen Kirche ist ein Ablass:

„…der Erlaß einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, die hinsichtlich der Schuld schon getilgt sind. Ihn erlangt der Christgläubige, der recht bereit ist, unter genau bestimmten Bedingungen durch die Hilfe der Kirche, die als Dienerin der Erlösung den Schatz der Genugtuungen Christi und der Heiligen autoritativ austeilt und zuwendet.“

Im Fall des vollkommenen Ablasses ist es ein kompletter Erlass.

Wie wird im Heiligen Jahr ein Ablass gewonnen?

Gemäß der Apostolischen Pönitentiarie ist es nötig, dass die Gläubigen im Stand der Gnade sind, um einen vollkommenen Ablass oder einen Teilablass zu gewinnen. Dazu gehört unter anderem, schwere Sünden gebeichtet zu haben. Darüber hinaus ist es nötig, dass der Gläubige
•die innere Disposition des Freiseins von jeglicher Anhänglichkeit an die Sünde, auch die läßliche, hat;
•die sakramentale Beichte seiner Sünden vornimmt;
•die Allerheiligste Eucharistie empfängt (zweifelsohne ist es besser, die Eucharistie bei der Teilnahme an der Heiligen Messe zu empfangen; für den Ablass ist jedoch lediglich die Heilige Kommunion notwendig);
•nach Meinung des Heiligen Vaters betet.

Der Grundgedanke wäre, am selben Tag die Kommunion zu empfangen und den Ablass zu erlangen, aber es reicht, wenn der Empfang der Sakramente und die Gebete innerhalb einiger Tage (ungefähr 20) vor oder während des Aktes des Ablasses stattfinden.

Die Gebete nach Meinung des Papstes werden dem Belieben der Gläubigen anheimgestellt, aber normalerweise werden ein „Vater unser“ und ein „Ave Maria“ gebetet. Eine Beichte reicht für mehrere vollkommene Ablässe, aber für jeden von ihnen bedarf es einer eigenen Kommunion und eigener Gebete nach der Meinung des Heiligen Vaters.

Es gibt Ausnahmen für Kranke oder ans Haus gefesselte Personen.

Die Ablässe können immer für sich selbst oder für die Seelen der Verstorbenen angewandt werden, sie können aber nicht auf andere lebende Personen übertragen werden.

Wie oft kann man einen vollkommenen Ablass gewinnen?

Einmal am Tag.

Wo kann ich im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit einen Ablass gewinnen?

Während des Heiligen Jahres designiert der Papst besondere Pilgerorte, um Ablässe zu erhalten, über die vier Heiligen Pforten Roms hinaus. Für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit sind es die Heiligen Pforten in den Kathedralen jeder Diözese, sowie in anderen, von den Diözesanbischöfen ausgewählten Kirchen. Es sind Pilgerorte für die Gläubigen und sie sind Teil der Gewinnung des vollkommenen Ablasses. Franziskus schrieb in seinem Brief über den Ablass im Heiligen Jahr:

Jubiläum_der_Barmherzigkeit-Logo„Ebenso lege ich fest, dass der Ablass auch erlangt werden kann in den Wallfahrtskirchen, wo die Pforte der Barmherzigkeit geöffnet wurde, sowie in den traditionell als Jubiläumskirchen ausgewiesenen Gotteshäusern. Es ist wichtig, dass dieser Moment vor allem mit dem Sakrament der Versöhnung und der Feier der heiligen Eucharistie einschließlich einer Reflexion über die Barmherzigkeit verbunden ist. Es wird nötig sein, dass diese Feiern das Glaubensbekenntnis ebenso umfassen wie das Gebet für mich und für die Anliegen, die mir am Herzen liegen zum Wohl der Kirche und der ganzen Welt.”