Der Aschermittwoch

Der Aschermittwoch eröffnet die 40 tägige Fastenzeit, welche eine Vorbereitungszeit auf das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten an Ostern ist.
“Bedenke Mensch, dass du Staub bist”
Zum Beginn der Fastenzeit erinnert das Aschekreuz als Symbol an die Vergänglichkeit des Menschen. Die Asche für das Aschenkreuz wird aus den verbrannten Palmen- oder Buchsbaumzweigen gewonnen, die am vorjährigen Palmsonntag gesegnet wurden. Der Priester besprengt die Asche, die aus verbrannten Palmzweigen des Vorjahres gewonnen wurde, mit Weihwasser und zeichnet den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn. Dazu spricht die Worte: “Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst” oder “Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium”.
Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen und symbolisiert, dass Altes vergehen muss, damit Neues entstehen kann. Mit dem Aschekreuz auf der Stirn zeigen Christen, dass sie bereit sind zu Buße und Umkehr. Sie bekennen sich gleichzeitig dazu, dass für Christen das Kreuz und der Tod nicht das Ende sind, sondern Anfang eines ewigen Lebens bei Gott.
Asche ist das Symbol der Vergänglichkeit und das zentrale Symbol des Aschermittwoch. Mit dem Aschekreuz, das sich die Christen im Gottesdienst auf die Stirn zeichnen lassen, bekunden sie die Bereitschaft zur Umkehr und zu einem Neubeginn. Sich fastend einschränken, beim Essen und Trinken wie auch beim Konsum von Genussmitteln und möglicherweise anderen Genüssen, die vielleicht schon alltäglich geworden sind, ist eine Grundvoraussetzung zur Gesundung von Leib und Seele
Die österliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet mit der Karwoche. Sie umfasst 40 Tage und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat.
Der Name des Feiertags leitet sich von einer Tradition der alten Kirche her: Damals zogen sich Büßer zu Beginn der Fastenzeit ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut. Die Tradition der Aschebestreuung ist seit dem 11. Jahrhundert auf die ganze Gemeinde übergegangen und gehört bis heute zur Liturgie der katholischen Gottesdienste an Aschermittwoch.
Viele Formen des Fastens
Früher war für die gesamte Fastenzeit mit nur einer täglichen Mahlzeit ein strenges Fasten vorgesehen, mittlerweile gilt dieses nur noch für den Aschermittwoch und Karfreitag.

Die Fastenzeit hat an erster Stelle nicht mit Einschränkung und Beschränkung zu tun, sondern mit Freiheit! Fasten soll mir die “Freiheit von” zurückgeben: Was nimmt mich gefangen, engt mich ein, entfremdet mich von mir selbst? Wie werde ich frei? Das Fasten soll mich befähigen, die “Freiheit für” neu zu bestimmen: Für welche Menschen, welche Werte, welche Aufgabe möchte ich frei sein? 

Mariä Lichtmess – Darstellung des Herrn

Zum geschichtlichen wie religiösen Hintergrund eines kirchlichen Brauchtumstages
Der Lichtmesstag am 2. Februar nimmt ein biblisches Ereignis zum Festanlass: Weil das mosaische Gesetz vorschrieb, ein neugeborenes Kind innerhalb von 40 Tagen nach seiner Geburt, in den Tempel zu bringen, beachteten auch die Eltern Jesu diese traditionelle Vorschrift. Gemäß dieser Regel galt der Akt der Reinigung der Mutter. Später, ab ca. 650 wurde daraus in der Westkirche (Rom) ein Fest Mariens: „Reinigung Marias“ und der 2. Februar zu einem Hochfest der Gottesmutter. Und das ist sicher auch eine Begründung dafür, dass der Weihnachtsfestkreis früher bis Lichtmess dauerte. Bis 1912 war dieser Tag in Bayern gesetzlicher Feiertag.

Darstellung des Jesusknaben im Tempel. Mit Simeon und der Prophetin Hanna um 1291, Mosaik. Rom, Santa Maria in Trastevere.

Laut dem Evangelisten Lukas wird Jesus bei seiner Vorstellung im Tempel vom greisen Simeon und der Prophetin Hanna als der eigentliche Herr des Tempels erkannt und benannt. Dieses biblische Ereignis führte zu dem christlichen Festtag “Fest der Begegnung des Herrn”: Der Messias kommt in seinen Tempel und begegnet symbolisch dem Gottesvolk des Alten Bundes. Der Greis Simeon bezeichnete Jesus als das “Licht zur Erleuchtung der Heiden”. Beide Festtage wurden am 40. Tag nach der Geburt Jesu gefeiert.
In einer Zeit ohne elektrischen Strom hatten Kerzen und Wachs eine heute kaum noch vorstellbare Bedeutung und so fehlte bei kaum einem Bauernhaus ein Bienenstock. Kerzen und Wachsstöckl wurden nur zu besonderen Anlässen angezündet. Sie waren auch ein beliebtes Geschenk und wurden auf eigenen Märkten angeboten. Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu, wodurch sich der Name “Mariä Lichtmess” einbürgerte. Das hatte seinen Grund darin, dass an diesem Tag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien geweiht wurden, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden. Zur Erinnerung an diese Metapher weiht der Priester die Kerzen. Mit den Kerzen kann der Gläubige symbolisch das “Licht der Welt” in sein Haus holen. Welche Hoffnungen damit verbunden sein sollten, zeigt folgender alter Spruch:

„Heut ist der heilige Lichtmesstag,
die Kerzen die Kirch hineintrag!
Und lässt du sie weih’n,
schlägt kein Wetter ein.
Auf dem Acker wächst das Brot,
und der Teufel und der Tod,
die gehen alle zwei vorbei,
hast du Kerzen g’habt bei der Weih.“

Lichtmess, wichtiges Datum im bäuerlichen Kalender
Lichtmess war früher ein wichtiges Datum im bäuerlichen Kalender. Die Dienstboten bekamen am Lichtmesstag einige Tage (meistens bis zum Namensfest der Hl. Agatha am 5. Februar) frei. Es war der einzige “Urlaub”, den die Bediensteten im Jahr bekamen und die Schlenkeltage waren eine ersehnte Unterbrechung der schweren, gleichförmigen Arbeit. Außer dem Zahltag war Maria Lichtmess auch der Tag des Dienstbotenwechsels: “Heit is Lichtmesstag, singan de Moasn, heit is a scheena Tag, da muaß i roasn…”. Den Mägden und Knechten war es freigestellt, an dem Hofe, an dem sie bis zum 2. Februar waren, für ein weiteres Jahr zu bleiben oder sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Wollte der Dienstbote kündigen, so konnte er dies mit den Worten “Bauer, wir zwei machen Lichtmess” das Arbeitsverhältnis am Lichtmesstag beenden. Daraufhin wurde der Knecht oder die Magd dann ausgezahlt und erhielt vom Bauern das „Verdingbuch“, eine Art Zeugnis und Beurteilung über die geleistete Arbeit.

 

 

Altes Wachsstöckl, wie sie früher an Lichtmess verkauft wurden.

 

Ein schönes Wachsstöckl zum Lichtmesstag konnte jene Magd von jenem Knecht erwarten, dem sie das Jahr über das Bett machte. Der „Aufbettstock“ galt als Anerkennung für das Aufbetten, Kammerrichten und Wäschewaschen, das Frauenarbeit war. “Dirn, i hab dir an Wachsstock, iatzt muasst mi a mögn.”

 

Reich an religiösem Brauchtum

Dieser Tag war reich an religiösem Brauchtum wie z. B. das Rosenkranz Beten: Die gesamte Familie kam/kommt am Abend von Maria Lichtmess zusammen um den Rosenkranz zu beten. Hierbei brannten in der Stube so viele geweihte Kerzen bzw. eigene, dünne Lichtmesskerzlein, sogenannte Pfenniglichter wie Beter zugegen waren. Die Art und Weise, wie die jeweilige Kerze einer Person brannte, wurde gedeutet. Flackerte eine Kerze auffällig stark, hieß es, dass der Betende dieser Kerze bald krank werden würde. Ein zu frühes Erlöschen einer Kerze bedeutete nach dem Volksglauben den nahenden Tod. Gebetet wurde so lange, bis alle Kerzen abgebrannt waren. In manchen Bauernhöfen wurde die übriggebliebene Dochtasche – auf ein Stück Brot gelegt – als Schutzmittel dem Vieh zum Fressen gegeben.

Das Fest “Darstellung des Herrn”
Seit der Liturgiereform wird der Lichtmesstag wieder als Herrenfest gefeiert und führt den Namen “Darstellung des Herrn”. Denn der Erstgeborene “gehörte” nämlich Gott. So verändern kirchliche Reformen altes Herkommen und Brauchtum, auch wenn gängige Bauern- und Wetterregeln weitergelten:

“Wenn’ s zur Lichtmess stürmt und schneit – ist das Frühjahr nimmer weit!
Ist’ s zur Lichtmess hell und fein, wird’ s ein langer Winter sein.
Segnet man die Kerzen im Schnee, weiht man die Palmen im Klee.
Lichtmess im Klee — Ostern im Schnee !” Also: trübes bedecktes Wetter am Lichtmesstag wird allseits als günstig erachtet!

Und wie ist wohl dieses Jahr?

Kerzenhändler – Detail aus Gerner Kastenkrippe, um 1750
Text und Bilder: Johannes Schöbinger

Quelle: Stiftland Berchtesgaden

»Lichtmess hängt im luftleeren Raum«

Berchtesgaden – Früher war Mariä Lichtmess einer der wichtigsten Tage im Kirchenjahr. Das Ende der Weihnachtszeit. Heute, in der säkularisierten, egozentrischen Gesellschaft, spielt er kaum noch eine Rolle. Der Oberauer Diakon Michael König bedauert das. »Lichtmess hängt im luftleeren Raum«, findet er.
Früher sei es, vor allem auf dem Land, üblich gewesen, der Kirche an Mariä Lichtmess Kerzen zu spenden und den eigenen Jahresbedarf weihen zu lassen. Beides gibt es heute kaum noch«, bedauert der Diakon. »Vielleicht mal eine Wetterkerze oder einen Wachsstock.« Auch sei es nur noch in wenigen Familien üblich, Kerzen für die Ange-hörigen anzuzünden. Wobei, immerhin: »Die jeweiligen Gottesdienste sind ziemlich gut besucht«, so Michael König.
Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil Mitte der 60er-Jahre beendete der Lichtmesstag die Weihnachtszeit. In Oberbayern wird das auch heute noch oft so gehandhabt. So wird auch, wie der Diakon erklärt, der Christ-baum im Pfarrhaus erst heute abgebaut. Obwohl die Weihnachtszeit heute offiziell mit dem Fest »Taufe des Herrn« am Sonntag nach dem Dreikönigstag zu Ende ist.

Der Kerzenkauf für das Stiftsland Berchtesgaden läuft inzwischen zentral über die Kirchenverwaltung.Wie Michael König erklärt, melden die Mesner ihren jeweiligen Bedarf. Passt der Kostenvoranschlag, wird in der Re-gel bei einem Kerzenhändler in Höglwörth eingekauft.
Was viele nicht wissen: Für die Verwendung von Kirchen-kerzen gibt es mehrere Vorschriften. So müssen sie zum Beispiel mindestens 10 Prozent Bienenwachs enthalten.
Wie Michael König weiter erklärt, müssen sie außerdem naturweiß sein. Lediglich die sogenannten Apostelkerzen dürfen auch einen roten Fuß haben. »Die Größe der Altarkerzen richtet sich nach den jeweiligen Proportionen des Altars«, weiß der Diakon
Apropos Altar: Es gibt sechs Altarkerzen, die sich neben dem Altar und nicht darauf befinden sollen. So wie in der Stiftskirche. »Nach scher Auffassung soll der Altar frei sein«, weiß König.
Auch Blumenschmuck dort nichts verloren. Osterkerzen werden übrigens nicht an Lichtmess, sondern in der Osternacht geweiht.
Eng mit Lichtmess verbunden ist die Spende des Blasiussegens am 3. Februar. Denn auch dabei spielen Kerzen eine wichtige Rolle. Der Segen soll die Gläubigen unter anderem vor Halsschmerzen bewahren. Und im Gegensatz zu den Lichtmessbräuchen ist der Blasiussegen nach wie vor populär. »Halsschmerzen sind auch heute noch gefährlich, die Dunkelheit nicht mehr«, sagt Michael König. »In Zeiten von Brandmeldern sind Kerzen nicht mehr beliebt.« Die Beliebtheit des Blasiussegens, der liturgisch wenig Bedeutung hat, erklärt der Diakon mit seiner Individualität. »Die Menschen wollen heute persönlich berührt werden.« Deshalb werden die Kirchen des Talkessels auch an diesem Wochenende wieder voll sein.

Christian Fischer/ Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

Weihnachten – In der Heiligen Nacht

So wie jedes Jahr um jene Zeit lagerten auch diesmal wieder Hirten auf freiem Feld in der Nähe der Stadt Bethlehem. Es waren schlichte und einfache, zugleich aber auch gottesfürchtige Leute, die hier bei ihren Schafen Wache hielten.
Das Weihnachtsfest spricht die tiefsten menschlichen Sehnsüchte an. Es weckt Bilder von Heimat und Geborgenheit. Vielleicht ist unser Glaube in seiner tiefsten emotionalen Schicht so etwas wie Heimweh nach Gott.
Das Evangelium der Heiligen Nacht zeigt uns, wo wir Licht und Leben finden können: im Kind in der Krippe.
Das Evangelium greift das Suchen und die Ratlosigkeit der Menschen auf und lenkt sie auf Jesus Christus: »Ihr werdet ein Kind finden.«
Jesus wird in die Zeit hineingeboren, als Rom die Macht über die Welt perfekt organisiert hatte, um sich alles verfügbar zu machen. Im Zentrum der Macht herrschten ein unglaublicher materieller Reichtum und gleichzeitig eine maßlose Gier nach mehr!!
In diese Welt, gespalten in Reich und Arm, in Macht und Ohnmacht kommt Gott als hilfloses Kind. So macht er seine Vorstellung vom Menschen deutlich und sichtbar. Er zeigt anschaulich, wie die Wege zu Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde aussehen. Aber er macht die Wege nicht nur sichtbar, er geht sie selber.
Die Feier der Heiligen Nacht weckt vielleicht auch heute die Sehnsucht, selber Mensch zu werden, Mensch nach dem Bild und Gleichnis dessen, der uns aus der Krippe heraus anschaut.
Dürfen wir die Worte der Engel auch auf uns beziehen? Sind auch wir angesprochen? Sind auch wir gemeint mit der frohen Botschaft, dass heute „in der Stadt Davids der Retter geboren“ ist, Christus, der Herr? Ist er auch „für uns“ geboren?
Was aber dann geschieht, ist ein Geheimnis der Liebe! Denn Gott lässt jene armen Hirten – zu denen auch wir uns zählen dürfen – nicht leer zurückgehen. Er beschenkt sie mit dem ganzen Reichtum seiner Gnade. Die Freude ist übergroß; was sie in jener stillen und Heiligen Nacht erlebt haben, wird sie für immer prägen und begleiten.
Nehmen auch wir die Freude über die Geburt des Erlösers mit auch in unsere Häuser und Familien. Das Friedenslicht von Bethlehem ist ein Zeichen dafür, dass diese Freude sich ausbreitet und die Dunkelheit der Nacht erleuchtet mit dem Licht der Hoffnung.
So möge der Friede herrschen, den Christus gebracht hat, der Erlöser der Welt!

Kohlgraf zum Vaterunser: Gottesbild nicht weichspülen

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat sich in die Vaterunser-Debatte eingeschaltet. “Es führt kein Weg an der Feststellung vorbei, dass die deutsche Übersetzung dem griechischen Urtext im Matthäus- und Lukasevangelium entspricht”, schrieb er am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. Frühere Versuche, die griechische Version ins Aramäische, die Sprache Jesu, zurückzuübersetzen, seien nicht eindeutig gelungen. “Wir werden also den griechischen Text als das Gebet Jesu nehmen müssen”, so Kohlgraf. Wegen der derzeitigen Diskussion über eine mögliche Neuformulierung der Vaterunser-Bitte “Führe uns nicht in Versuchung” hätten besorgte und interessierte Gläubige ihn um eine Stellungnahme gebeten, schreibt der Bischof.
Bei der Bitte, dass Gott die Menschen nicht in Versuchung führen möge, gehe es nicht um kleine Versuchungen, “sondern um die Situation einer Grundentscheidung für oder gegen Gott”, so Kohlgraf. Solche Versuchungen gebe es gleichermaßen im Alten wie im Neuen Testament. Jesus werde in der Wüste zwar vom Teufel in Versuchung geführt. Es sei aber der Geist Gottes selbst, der Jesus in die Situation führe, sich für oder gegen den Vater entscheiden zu müssen. Eine entsprechende Situation wiederhole sich vor seinem Leiden im Garten Getsemani. “Gott ist offenbar nicht nur ‘lieb’, vieles bleibt in seinem Ratschluss uns Menschen verborgen”, schlussfolgert Kohlgraf.
Dunkle und unverständliche Seiten Gottes
Auch die Menschen heute könnten in solche existenziellen Prüfungssituationen kommen. Dabei kämen sie um die grundlegende Frage nicht herum, ob sie Gott vertrauen oder sich von ihm lossagen wollten, so der Bischof. “Die Bibel lässt zumindest die Möglichkeit zu, dass Gott Menschen eine solche Situation nicht erspart, ja sogar herbeiführt.” Man tue ihnen keinen Gefallen, wenn man die dunklen und unverständlichen Seiten Gottes ausblende. Es sei demnach nicht sinnvoll, das Gottesbild weich zu spülen und alles wegzustreichen, was man nicht verstehe, schreibt Kohlgraf. “Allein, dass über ein Gebet so diskutiert wird wie derzeit, spricht dafür, die Übersetzung zu belassen.”
Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche die unter anderem auch in Deutschland verwendete Fassung der Vaterunser-Bitte “Führe uns nicht in Versuchung” kritisiert. Dies sei “keine gute Übersetzung”, sagte er in einem Interview des italienischen Senders TV2000. Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um zu sehen, wie er falle. “Wer dich in Versuchung führt, ist Satan”, so der Papst. Franziskus nahm damit Bezug auf einen Beschluss der französischen Bischöfe, die offizielle Übersetzung zu ändern. Die freie Übersetzung lautet dort nun: “Lass uns nicht in Versuchung geraten.” Im Zusammenhang mit der französischen Initiative hatten auch Theologen im deutschen Sprachraum eine Anpassung verlangt. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer warnte hingegen vor einer “Verfälschung der Worte Jesu”. (tmg)  http://katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kohlgraf-zum-vaterunser-gottesbild-nicht-weichspulen

 

Königin des Rosenkranzes

Der Montan Oktober gilt in der katholischen Kirche als Rosenkranz-Monat, in dem das Gebet zu Maria besonders gepflegt wird.
Vor 100 Jahren ist die Gottesmutter in Fatima erschienen und hat dort von den 3 Hirtenkindern den Rosenkranz gewünscht und gesagt: “Ich bin die Königin des Rosenkranzes!”.
Bei allen Erscheinungen hat die Muttergottes den Wunsch geäußert, täglich den Rosenkranz zu beten.
Papst Benedikt XVI. betont, dass der Rosenkranz ein kontemplatives und auf Christus ausgerichtetes Gebet, und nicht von der Meditation über die Heilige Schrift zu trennen sei.
Das Rosenkranzgebet ist wie jedes Gebet ein Gebet der Beziehung. Es geht letztlich immer um die Begegnung mit Jesus Christus.
Maria ist dabei eine große Hilfe, indem sie unseren Weg hin zu dieser Begegnung unterstützt.
Papst Johannes Paul II. hat in diesem Zusammenhang ein Wort geprägt, das uns diesem Geheimnis der Begegnung näherbringt.
Er schreibt in seiner Rosenkranzenzyklika Rosarium Virginis Mariae: “Mit dem Rosenkranz geht das christliche Volk in die Schule Mariens, um sich in die Betrachtung der Schönheit des Antlitzes Christi und in die Erfahrung der Tiefe seiner Liebe einführen zu lassen”.
Wenn wir den Rosenkranz beten, dann beten wir also nicht allein. Wir sind in guter – ja bester! – Gesellschaft. Maria nimmt uns an der Hand und lehrt uns durch ihr Beispiel.
Maria geht mit uns den Weg, Schritt für Schritt, Perle für Perle. Maria drängt sich dabei nicht auf, sie nimmt sich zurück und gibt dem Raum, der Alles in Allem sein soll. Das Leben Jesu sollen wir betrachten, dann wird auch die Liebe zu Jesus immer größer. Je besser man einen kennt, desto größer und inniger ist auch die Beziehung zu ihm.
Beten lernt man durch Beten. Nur wer sich aufs Gebet einlässt, der wird auch seine Erfahrungen damit machen. Das gilt auch für den Rosenkranz. Er ist ein geistliches Werkzeug, das uns angeboten ist.
Nägel kann man mit allerhand einschlagen. Aber mit nichts geht es leichter als mit einem Hammer.
Beten kann man auf verschiedene Weise, aber kein Gebet hilft uns so sehr, zu den oben genannten marianischen Grundhaltungen zu gelangen als der Rosenkranz. Lassen wir uns vom Resultat überraschen!

 

Das Gipfel-Kreuz

In unserem gelobten Berchtesgadener Land ist auf jedem Berggipfel ein Kreuz zu finden. Am Kreuz kommt keiner vorbei. Wanderer freuen sich, wenn sie auf ihrer Bergtour endlich das Gipfelkreuz erreicht haben.
Manche Bergwanderer nutzt das Innehalten am Gipfelkreuz, um das Gute und das weniger schöne ihres Alltags zu reflektieren und somit einen besseren Überblick über ihr Leben zu bekommen. Und nicht wenige haben oben auf dem Gipfel auch einen klareren Blick auf Gott; sie spüren: Gott hat alles wunderbar gemacht! Er liebt auch mich!
Das Kreuz auf dem Berg wurde zum Zeichen der Erlösung, der Himmel und Erde zusammenhält. So sind in unseren Landen Kreuze auf den Bergen auf-gestellt, die alle unsere Berge mit Golgatha, mit Christus, mit der Erlösung in Verbindung bringen.
Als Zeichen des erfolgreich durchgeführten Gründungsfestes zum 75. Jubiläum der Wehr Königssee beschloss der damalige Ausschuss, ein Kreuz auf dem Fagstein zu errichten. Alle zwei Jahre findet seitdem auf dem Fagstein eine Bergmesse statt, um der gefallenen und verstorbenen Vereinskameraden zu gedenken.
Im Jahre 1976 wurden die Vorbereitungen zur Errichtung des Kreuzes durch die Wehrmänner aus Königssee vorgenommen. Im Herbst 1976 wurde das Kreuz bei starkem Schneetreiben aufgestellt. Aufgrund der schlechten Wetterlage musste die Einweihung auf das folgende Jahr 1977 verschoben werden.
Wenn wir auf unsere Lebenswege schauen, dann kann es ganz tröstlich sein zu wissen: Auch Abraham als enger Vertrauter Gottes, auch die Apostel als die besten Freunde Jesu haben immer wieder ihre Zweifel an Gott gehabt.
Es ist sehr wichtig, nicht aufzugeben, sondern weiterzugehen, beharrlich – manchmal hartnäckig – an Gott festzuhalten, so wie es Abraham und die Apostel getan haben. Dann werden auch die Gipfel-Erlebnisse im Leben nicht ausbleiben; dann wieder klar: Gott liebt mich! Er begleitet mein Leben auf ein gutes Ziel hin. Und nach diesem Leben zeigt er mir die volle Schönheit seines Reiches.
Die Nebelstrecken, die Zweifel an Gott gehören zum Leben dazu. Doch ebenso zum Leben gehören die Gipfel-Erlebnisse, die uns Überblick über unser Leben verschaffen und uns erkennen lassen: Mein Leben ist getragen und gesegnet von Gott! Auf dem Gipfel habe ich auch die klare Sicht über dieses Leben hinaus; ich weiß: wenn einmal mein Leben zu Ende geht, dann werde ich nicht im Nebel versinken, sondern auf dem höchsten Gipfel meines Lebens ankommen – und dort wartet kein Kreuz auf mich, sondern die Auferstehung!

Erst Almer Wallfahrt, dann Jakobsweg

Die Almer Wallfahrt über das Steinerne Meer war für Pater Kajetan Filipowicz heuer nur eine Art Eingehtour. Denn schon zwei Tage später – nach eigenen Angaben noch mit leichtem Muskelkater – war der Franziskaner-Seelsorger schon wieder unterwegs. Die 300 Kilometer auf dem »Camino Primitivo«, einer Teilstrecke des berühmten Jakobswegs nach Santiago de Compostela, waren für ihn eine einzigartige Erfahrung.
Die Frage, welche der beiden Pilgerstrecken – Almer Wallfahrt oder Camino Primitivo – schöner war, kann der Pater nicht beantworten. »Die sind nicht vergleichbar«, sagt er. Bei der Almer Wallfahrt sei man mit 2 000 Menschen unterwegs, auf dem Jakobsweg erlebe man über weite Strecken große Einsamkeit. »Hier kann man neue Erfahrungen machen, innere Einkehr halten und sich Gedanken über sein Leben machen«, erzählt der Franziskanerpater.
Konditionelle Probleme hatte der Berchtesgadener Pilger nie, denn gerade heuer war er viel in den Bergen unterwegs. Immerhin gab es auf dem »Camino Primitivo« aber 300 Kilometer in teils anspruchsvollem Gelände zu bewältigen. Der höchste zu überwindende Punkt lag auf 1200 Metern.
»Primitiv« bedeutete in einer veralteten Sprache »ursprünglich«. Als der ursprüngliche Jakobsweg wird der älteste der Pilgerpfade laut Aufzeichnungen schon seit dem 9. Jahrhundert benutzt. Zu dieser Zeit war fast ganz Spanien von den Mauren besetzt. Damals pilgerte der König des christlichen Asturien, Alfonso II., der Keusche, vier Jahre nach der Entdeckung des Apostelgrabes von Oviedo nach Santiago de Compostela. Danach wollten auch andere Pilger beim Apostel Hilfe für das bedrohte Königreich erbitten. Auch Armut und eine Menge von Krankheiten prägten das Leben ganzer Gesellschaften und vieler Generationen. Trotzdem glaubten die Menschen zutiefst, dass Gott die einzige Kraft sei, die in der Lage ist, ihr Leben zum Besseren zu verändern. Im Vertrauen darauf, dass der heilige Jakobus für sie bei Gott eintreten würde, folgten sie dem Weg zu seinem Grab, in der Hoffnung, dass die Gebete gehört würden. So entstand dieser Abschnitt des ursprünglichen Jakobswegs.
Mit »klopfendem Herzen« flog Pater Kajetan am 29. August von München nach Asturien. »Von Anfang an habe ich sehr viel Glück gehabt und Gottes Segen erfahren«, erinnert sich der Seelsorger. Gleich nach der Ankunft am Flughafen traf er einen Münchner, der schon viele verschiedene Jakobswege gegangen ist. Am Abend in Oviedo berichtete er viel vom Camino und gab dem Pater gute Tipps.
Der Start erfolgte am Mittwoch, 30. August, am Dom von Oviedo. Es war noch dunkel, als Kajetan einem jungen Polen begegnete. Die beiden entschieden sich, den ersten Tag gemeinsam zu gehen. Erst war noch schönes Wetter, dann begann es zu nieseln, später setzte starker Regen ein, mehr als drei Stunden lang. »Eigentlich hat es uns richtig runtergewaschen. Das war unsere Camino-Taufe«, erinnert sich Pater Kajetan.
Drei Tage später folgte die Etappe von Tineo nach Berducedo. Nach dem Ort Borres gibt es zwei Varianten: den neuen Weg über Pola de Allande oder den traditionellen Weg, »Hospitales« genannt, vorbei an den alten Ruinen der Krankenhäuser und Herbergen von Paradiella, Fonfaraon und Valparaiso. Die wollte Kajetan sehen und ist nachträglich froh über seine Wahl: »Eine wunderschöne Route.«
Am Paolo Pass verbinden sich die Wege wieder. Noch ein wenig hinauf, dann ging es weit hinunter nach Montefurado. Unglaubliche Hitze lag an diesem Tag über dem Land und kein Wasser, keine Quelle zu finden. Dann endlich Montefurado. Ein altes, praktisch verlassenes Dorf. Die Häuser aus unbehauenen Steinen gebaut. Erst spät am Abend kam Kajetan ins nächste Dorf – Berducedo. Fast 40 Kilometer hatte der Pilger aus Berchtesgaden an diesem Tag in den Beinen – die Königsetappe. In der Herberge haben ihn junge Deutsche zum selbst gekochten Essen eingeladen.
Nach zwölf Pilgertagen kam Kajetan am Samstag, 10. September, in Santiago de Compostela an. »Ich war sehr glücklich und zufrieden«, erinnert sich der Franziskanerpater. Weil er noch vier Tage Zeit hatte, nahm er den Bus nach Finisterre. Kajetan: »Vom Kap Finisterre schaute ich hinaus zum weiten Horizont und in die unendlichen Weiten des Atlantiks. Schon sehr faszinierend und geheimnisvoll, am Ende der Welt zu sein.«
Von Finisterre aus ging es noch einmal rund 30 Kilometer zu Fuß weiter nach Muxia, zu einem weiteren berühmten Heiligtum Galiciens, der Santuario de Nosa Señora da Barca. Angeblich ist dort die Gottesmutter dem Apostel Jakobus erschienen. Der Apostel habe sich hier am äußersten Ende der damals bekannten Welt zurückgezogen, um zu beten, heißt es. Er sei in tiefe Traurigkeit verfallen wegen der Menschen, die ihr Heidentum nicht ablegen wollten. Da habe er in der Ferne im Meer ein Boot entdeckt, das immer näher kam. Schließlich konnte er auf dem Boot die Gottesmutter Maria erkennen, die ihm Trost brachte und ihn aufrichtete, sein Missionswerk fortzusetzen. Daher der Name »Jungfrau vom Boot«.
Kajetan: »Nach der Abendmesse in dieser Kirche saß ich alleine auf einem Felsen direkt am Meer und schaute der Sonne beim Untergehen zu. Eine gute Zeit, um sich an alles zu erinnern und zusammenzufassen, was ich den letzten beiden Wochen erleben durfte.« Und weil Pater Kajetan so begeistert ist von dieser Pilgerreise, plant er Ähnliches bereits für das kommende Jahr.

Dann will er 400 Kilometer auf dem Caminho Portugués nach Fatima zurücklegen. »Das soll dann ein Exerzitienweg werden, denn diesmal war es ein Bußweg.«

 

Fronleichnam

Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi –
eine katholische Demonstration

An dem großzügigem Ablass allein, den Papst Urban IV. in seiner Bulle zur Einführung des Fronleichnamsfestes am 11. August 1264 den Gläubigen gewährte, kann es nicht gelegen sein, dass die Prozessionen mit dem eucharistischen Brot, eingefasst in eine strahlenförmige Monstranz, bis heute zu einem typisch katholischen Fest geworden ist. Die leibliche Gegenwart Jesu Christi symbolisiert die Lebendigkeit Gottes und wird zum Segen für Felder, bebaute Städte und Fluren.
Wir gebrauchen für das traditionelle Fronleichnamsfest gern den regionalen Begriff „Prangertag“. Er folgt auf den Sonntag nach Pfingsten und wird an einem Donnerstag begangen, weil am Gründonnerstag Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert hat. Der aus Lüttich stammende Papst Urban IV. hat sogar den großen Gelehrten Thomas von Aquin beauftragt, Texte für dieses Fest zusammenzustellen; so zählen „Tantum ergo Sacramentum“ oder „O Salutaris Hostia“ zu den schönsten Liedern der katholischen Kirche.   

Mit viel Pomp und Prunk wollte man in der Barockzeit mit den Fronleichnamsprozessionen die Treue zum katholischen glauben öffentlich kund tun. Die heutigen Umzüge wie auch die sog. „Kleine Runde“ am vergangenen Donnerstag durch den Markt Berchtesgaden von der Stiftskirche und zur Franziskanerkirche sind da vergleichsweise viel bescheidener. Trotzdem gilt der „Prangertag“ auch heute noch als das volkstümlichste religiöse Fest im katholischen Kirchenjahr.

Während früher der Prozessionsweg reich mit Blumen oder Sträuchern und roten Tüchern geschmückt war, ist dies in jüngster Vergangenheit auch bei uns stark zurückgegangen

Zur besonderen Feierlichkeit trugen bei der diesjährigen Prozession erneut die vielen Fahnen, die festlich geschmückte Bauernmadonna, die Leuchter ebenso bei wie die Musikanten, die vertrauten Gesänge und Gebete der Gläubigen. Viele von ihnen waren in der heimischen Tracht; vor allem die Röcki-Frauen bereicherten das festliche Bild.

Im Mittelpunkt begleitet von einem Kondukt der Berchtesgadener Bergknappen und Kommunionkindern trägt der jeweilige Zelebrant die Monstranz mit dem Allerheiligsten unter dem sog. Himmel.

Die Prozession machte diesmal an zwei Altären – so auch an der Franziskanerkirche – Halt. Es wurde um Segen für Felder, Markt und Flur gebeten. Die Prozession endete mit dem eucharistischen Segen und mit „Großer Gott, wir loben dich“ in der Stiftskirche mit dem herrlichen Blumenteppich.

Credo in unum deum – Was Christen glauben

Das Apostolische Glaubensbekenntnis („Symbolum Apostolorum“) stand unlängst im Mittelpunkt eines Gottesdienstes bzw. einer Predigt und es wurde mit dem Kreuzzeichen verglichen. Denn bei beiden geht es um den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
Somit stellt das Credo als einmaliges Bekenntnis zur göttlichen Dreieinigkeit eine Zusammenfassung des christlichen Glaubens dar und ist das älteste Grund-bekenntnis, das sich bis in das neue Testament, also in die Zeit der Apostel zurück-verfolgen lässt (z. B.. 1. Korintherbrief, Kapitel 15 des Apostels Paulus).

Am Ende des Evangeliums bei Matthäus (Mt 28,19) erfahren wir vom Sendungsauftrag Jesu an seine Jünger: „Darum geht zu allen Völkern und … tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes…“. Und Papst Benedikt XVI. fügte hinzu: „So wird man Christ!“

Bei dieser Vorgeschichte ist es deshalb nicht verwunderlich, dass das „Credo – Ich glaube“ schon sehr früh den Aposteln zugeschrieben, d.h. sogar wörtlich in den Mund gelegt wurde. Nach einer apokryphen (griechisch: geheimen, verborgenen) Apostelgeschichte aus dem 2. Jahrhundert sollen die zwölf Apostel unter Führung des Heiligen Geistes am ersten Pfingsttag die zwölf Einzelaussagen zum Credo zusammengefügt haben. Diese Auffassung wird sogar im Katechismus des Konzils von Trient (1545 – 1563) insofern nachdrücklich vertreten, dass die zwölf Apostel aus der Eingebung des Heiligen Geistes heraus das Credo in zwölf Glaubensartikeln vollkommen in einem Sinne und in einer Meinung eingeteilt haben.

In der Franziskanerkirche sind an der Brüstung der Orgelempore die Reliefs der zwölf Apostel eingemeißelt (1560). Im Halbrund der Säule steht Christus, links beginnend mit Petrus bzw. rechts mit Johannes die weiteren Apostel.

Wieder zurück zum Glaubensbekenntnis.

Die nachfolgende Entstehungslegende stammt von einem Pseudo-Augustinus, also einem Text, den man im 5. Jahrhundert in Gallien dem Hl. Augustinus untergeschoben hatte.

Petrus sprach:
„Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater.“
Johannes sprach:
„Den Schöpfer des Himmels und der Erde.“
Jakobus sprach:
„Ich glaube an Jesus Christus, seinen einzigen Sohn, unseren Herrn.“
Andreas sprach:
„Empfangen vom Heiligen Geist, geboren aus Maria, der Jungfrau.“
Philippus sprach:
„Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.“
Thomas sprach:
„Abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten.“
Bartholomäus sprach:
„Aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten des allmächtigen Vaters.“
Matthäus sprach:
„Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“
Jakobus Alphäus sprach:
„Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige, katholische Kirche.“
Simon der Zelot sprach:
„Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden.“
Judas Thaddäus sprach:
„Auferstehung des Fleisches.“
Matthias vollendete:
„Und das ewige Leben. Amen.“

Nochmals ein kurzer historischer Rückblick: Was heute als Apostolisches Glaubensbekenntnis bezeichnet wird, nahm erst in der Mitte des 8. Jahrhunderts in den Schriften des heiligen Pirmin von Reichenau Gestalt an. Es basierte auf einem altrömischen, frühchristlichen Taufritus bei der Aufnahme eines Taufkandidaten in die Urkirche. Vor allem unter dem Einfluss von Kaiser Karl dem Großen fand das Apostolische Glaubensbekenntnis in der abendländischen Kirche weite Verbreitung. Es wurde sogar den Reichsgesetzen angegliedert. Die liturgische Verankerung des Credos ordnete Papst Benedikt VIII erst im Jahr 1014 auf Anregung des heiligen deutschen Kaisers Heinrich II an.

Die orthodoxen Kirchen ziehen das Nicänische Glaubensbekenntnis vor. Der Begriff „katholisch“ wird übrigens nicht im konfessionellen Sinne verwendet, sondern in seiner ursprünglichen Bedeutung: allgemein, universell. Es gibt nur eine Kirche Jesu Christi, die Gemeinschaft derer, die an den im Glaubensbekenntnis überlieferten Glauben festhalten und vertrauen. Und das seit 2000 Jahren.

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