img_0386Liebe Opa Kecht oder richtig gesagt „Kechtei“ es ist für mich Große Ehre dich letzten weg zu begleiten.
Wie kannst du dich erinnern, wir haben uns vor drei Jahren auf der Wasser alm getroffen und kennengelernt. Es war im Herbst, fast zu dieser Zeit.
Es war lustig, du hast damals mich erkannt und erzählt von der Wasser alm, von den Gebäuden und natürlich von Franziskaner Kloster.
Vor einem halber Jahr im Juni, wir haben uns wieder auf der Wasser alm getroffen. Dies mal bei Einweihung neuen Gebäuden. Wir haben, es wirklich echt gefeiert. Du hast dich sehr gefreut. Trotzdem warst traurig, weil Ärzte nicht mehr erlauben können, damit du zu deinem Freund Horst kommen darfst um zu helfen. Deine Liebe Rita hat mir erzählt, das der Horst als Forst Jäger seit jahrzahnten gehörte zu Große Funtenssee Familie.
Vor eine Woche haben wir uns leider das Letzte mal getroffen. Diesmal das war im Hochbrauhaus. Das war zwei Tage vor deinem 82 Geburtstag. Ja klar – Durst hat jeder und zwar vor Geburtstag Feier.
Liebe Rita, Liebe Andrea mit Michael, liebe Angehörige und Trauergemeinde,
Es ist nicht leicht, vom „Kechtei“ Abschied zu nehmen. Es ist nicht leicht. Und doch wächst in dieser Zeit des Abschieds oft eine große Dankbarkeit, und die Verbundenheit um das gemeinsam erlebte Glücke, empfindet man manchmal stärker als vorher.
„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ So betet man in Psalm 121
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen und sehe: die Grenzen der Berge sind verschieden. Und so verschieden sind auch die Linien des Lebens. Wir würden vielleicht sagen: Unsere Lebenswege verlaufen manchmal unerwartet, sie sind oft krumm und uneben.
Die Linien des Lebens sind verschieden
Du hast mit Rita deinen Bauernhof Lampellehen im Markt Schellenberg gebaut. Trotzdem wunderschonen Anwesen dein Harz gehörte Funtensse und später Wasser alm.
Was wäre die schönste Berghütte, wenn sich nicht der Hüttenwirt um das Wohl der Gäste und die Pflege des Hauses kümmern würde. Er bringt das Leben ins Haus und sorgt dafür dass sich die Gäste gemütlichen und wohl fühlen.
Die Liebe zu den Bergen und der Natur genügt allein nicht, um die Berghütte zu führen. Vom Hüttenwirt erwartet man zu Recht, dass er mit Rat und Tat zur Seite steht, um den Urlaub unvergesslich werden zu lassen. Damit der Bergurlaub schöner und intensiver wird, Kechtei erzählte seine Erlebnisse mit Menschen, Tieren, Natur, Bergwacht Kameraden, Ski wacht und selbst Verständnis von Gott.
Im 2003 hat Kechtei mit Rita das Lampellahen verkauft, damit er endlich mehr Zeit für seine Familie, die Berge und besonders für seinen Lieblingsort, die Wasseralm hat.
Sein Lebens Motto war: “Ein Tag ohne Arbeit ist ein sinnloser Tag”. Oder schöner gesagt, “heute gehört uns, morgen dem lieben Gott”. Und das soll auch bei uns so sein !!!
Lieber Opa Kecht, du hast im deinem Leben vielen Menschen Freude bereitet und mittgegeben. Deswegen meine ich, hat dir der Liebe Gott, die Große Gnade geschenkt, friedlich zu Hause nach der Geburtstagsfeier bei der Familie sterben zu dürfen.
Meine Liebe Freunde, ein langes, erfülltes Leben ist zu Ende gegangen. Die Linien des Lebens verschieden, die Augen zu den Bergen aufgehoben, einen Blick aufs Kreuz und auf die Mutter Gottes Maria, achtgebend auf die Menschen und Dinge an seiner Seite… Ein gesegnetes Leben. Diesen Segen werdet ihr, liebe Familie Kecht weiterhin spüren und erfahren, darauf dürfen wir vertrauen. Amen.