Wasti Lichtmannegger

Wasti Lichtmannegger

Vor eine Woche am Aschermittwoch haben wir die Fastenzeit im Zeichen der Asche begonnen. Über uns wurde Asche gestreut mit dem mahnenden Wort: Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst. Der Tod eines geliebten Menschen ist die Erfahrung, dass unser Leben vergeht und nichts bleibt.

Doch, die schönen Erinnerungen an das, was wir gemeinsam mit dem Verstorbenen erlebt haben, werden bleiben. Der Schmerz und die Trauer über das, was uns zusammen nicht möglich war, werden bleiben. Worte, die der Verstorbene uns gesagt hat, werden bleiben.
Wasti wurde im August 1929 als erstes von insgesamt 8 Kindern in der Ramsau geboren. Das war auch das Jahr in dem im Rehlegg damals – zusätzlich zur Landwirtschaft – die ersten Gästezimmer vermietet wurden.

Die Jahre vergingen, die Kinder wurden groß und mussten natürlich alle mit anpacken. In seiner Jugend macht Wasti einen kurzen Ausflug in die Filmbranche wo er im Ochsenkrieg an der Seite von Elfi Datzig spielen durfte.
Wir Menschen schaffen nichts Bleibendes, nichts für die Ewigkeit. Bleibend und endgültig ist allein Gott. Es ist eine Gnade, diesem Gott vertrauen zu können.

Wasti, wurde sicher geprägt durch den frühen Tod seines Vaters: Mit 20 Jahren war er der Älteste und stand fortan seiner Mutter zur Seite der Seite. Das war sicher nicht immer leicht.
Den Ausgleich zum Alltagsstress und neue Kraft zu schöpfen fand er in der Jagd und in den Bergen.

Sehr wichtig im Leben eines Menschen ist die Liebe. Der Liebe Gott hat ihm eine gutaussehende Blondine aus Nordrhein – Westphalen zugeführt. Das war die Pauli – A Preiß, evangelisch und in der falschen Partei war sie auch noch – das konnte nicht gut gehen – und doch…. und es ging sogar sehr gut.

Es war zwar nicht immer einfach, aber sie waren 52 Jahre glücklich verheiratet und er hat immer gesagt, dass die Pauli des beste war, was ihm passieren konnte – neben seinen Kindern und Enkelkindern natürlich.
Er hat stets seine eigene Meinung vertreten, war immer grad heraus – und hat gesagt, was er denkt. Was die anderen über ihn dachten, war ihm egal. Außerdem war er immer fair, wohl überlegt und stets positiv denkend.
„Wer weiß, für was es gut ist“ war ein Spruch, den er oft gesagt hat und der in vielen Lebenslagen für ihn gepasst hat.
2009 machte er mit seiner Frau und seinem Sohn Thomas mit Familie nochmal einen Neuanfang in Schönau am Königssee, wo beide sehr glücklich waren und noch einige schöne Jahre genießen durften.

Sein Enkel Lucas hat in der Schule zum Thema „Vorbilder“ geschrieben: „Mein Vorbild ist der Opa, weil der immer so viele nützliche Sachen weiß und alles erklärt und immer gut gelaunt ist. Also weil er so ist wie er ist…“
Auch der Tod seiner lieben Frau vor vier Monaten hat ihn nicht aus der Bahn geworfen – er hatte noch so viel Energie und Lebenslust – er wollte 95 Jahre alt werden– aber das hat er leider nicht geschafft.
Er ist friedlich eingeschlafen – so einen Tod hat er sich immer gewünscht.

Wir glauben, dass jeder Mensch, mit dem wir eine gemeinsame Geschichte haben, einen Teil des Gemeinsamen mitnimmt in die Vollendung Gottes. Aber auch jeder Mensch, mit dem wir eine Stück Leben geteilt haben, lässt in seinem Sterben einen Teil in uns zurück: den Teil, den wir zu Gott und in seine Vollendung bringen müssen. Das ist der Dienst, den wir als Glaubende dem Verstorbenen tun können, und auch tun sollen. Amen

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