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Credo in unum deum – Was Christen glauben

Credo in unum deum – Was Christen glauben

Das Apostolische Glaubensbekenntnis („Symbolum Apostolorum“) stand unlängst im Mittelpunkt eines Gottesdienstes bzw. einer Predigt und es wurde mit dem Kreuzzeichen verglichen. Denn bei beiden geht es um den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
Somit stellt das Credo als einmaliges Bekenntnis zur göttlichen Dreieinigkeit eine Zusammenfassung des christlichen Glaubens dar und ist das älteste Grund-bekenntnis, das sich bis in das neue Testament, also in die Zeit der Apostel zurück-verfolgen lässt (z. B.. 1. Korintherbrief, Kapitel 15 des Apostels Paulus).

Am Ende des Evangeliums bei Matthäus (Mt 28,19) erfahren wir vom Sendungsauftrag Jesu an seine Jünger: „Darum geht zu allen Völkern und … tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes…“. Und Papst Benedikt XVI. fügte hinzu: „So wird man Christ!“

Bei dieser Vorgeschichte ist es deshalb nicht verwunderlich, dass das „Credo – Ich glaube“ schon sehr früh den Aposteln zugeschrieben, d.h. sogar wörtlich in den Mund gelegt wurde. Nach einer apokryphen (griechisch: geheimen, verborgenen) Apostelgeschichte aus dem 2. Jahrhundert sollen die zwölf Apostel unter Führung des Heiligen Geistes am ersten Pfingsttag die zwölf Einzelaussagen zum Credo zusammengefügt haben. Diese Auffassung wird sogar im Katechismus des Konzils von Trient (1545 – 1563) insofern nachdrücklich vertreten, dass die zwölf Apostel aus der Eingebung des Heiligen Geistes heraus das Credo in zwölf Glaubensartikeln vollkommen in einem Sinne und in einer Meinung eingeteilt haben.

In der Franziskanerkirche sind an der Brüstung der Orgelempore die Reliefs der zwölf Apostel eingemeißelt (1560). Im Halbrund der Säule steht Christus, links beginnend mit Petrus bzw. rechts mit Johannes die weiteren Apostel.

Wieder zurück zum Glaubensbekenntnis.

Die nachfolgende Entstehungslegende stammt von einem Pseudo-Augustinus, also einem Text, den man im 5. Jahrhundert in Gallien dem Hl. Augustinus untergeschoben hatte.

Petrus sprach:
„Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater.“
Johannes sprach:
„Den Schöpfer des Himmels und der Erde.“
Jakobus sprach:
„Ich glaube an Jesus Christus, seinen einzigen Sohn, unseren Herrn.“
Andreas sprach:
„Empfangen vom Heiligen Geist, geboren aus Maria, der Jungfrau.“
Philippus sprach:
„Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.“
Thomas sprach:
„Abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten.“
Bartholomäus sprach:
„Aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten des allmächtigen Vaters.“
Matthäus sprach:
„Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“
Jakobus Alphäus sprach:
„Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige, katholische Kirche.“
Simon der Zelot sprach:
„Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden.“
Judas Thaddäus sprach:
„Auferstehung des Fleisches.“
Matthias vollendete:
„Und das ewige Leben. Amen.“

Nochmals ein kurzer historischer Rückblick: Was heute als Apostolisches Glaubensbekenntnis bezeichnet wird, nahm erst in der Mitte des 8. Jahrhunderts in den Schriften des heiligen Pirmin von Reichenau Gestalt an. Es basierte auf einem altrömischen, frühchristlichen Taufritus bei der Aufnahme eines Taufkandidaten in die Urkirche. Vor allem unter dem Einfluss von Kaiser Karl dem Großen fand das Apostolische Glaubensbekenntnis in der abendländischen Kirche weite Verbreitung. Es wurde sogar den Reichsgesetzen angegliedert. Die liturgische Verankerung des Credos ordnete Papst Benedikt VIII erst im Jahr 1014 auf Anregung des heiligen deutschen Kaisers Heinrich II an.

Die orthodoxen Kirchen ziehen das Nicänische Glaubensbekenntnis vor. Der Begriff „katholisch“ wird übrigens nicht im konfessionellen Sinne verwendet, sondern in seiner ursprünglichen Bedeutung: allgemein, universell. Es gibt nur eine Kirche Jesu Christi, die Gemeinschaft derer, die an den im Glaubensbekenntnis überlieferten Glauben festhalten und vertrauen. Und das seit 2000 Jahren.

Wasti Lichtmannegger

Wasti Lichtmannegger

Vor eine Woche am Aschermittwoch haben wir die Fastenzeit im Zeichen der Asche begonnen. Über uns wurde Asche gestreut mit dem mahnenden Wort: Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst. Der Tod eines geliebten Menschen ist die Erfahrung, dass unser Leben vergeht und nichts bleibt.

Doch, die schönen Erinnerungen an das, was wir gemeinsam mit dem Verstorbenen erlebt haben, werden bleiben. Der Schmerz und die Trauer über das, was uns zusammen nicht möglich war, werden bleiben. Worte, die der Verstorbene uns gesagt hat, werden bleiben.
Wasti wurde im August 1929 als erstes von insgesamt 8 Kindern in der Ramsau geboren. Das war auch das Jahr in dem im Rehlegg damals – zusätzlich zur Landwirtschaft – die ersten Gästezimmer vermietet wurden.

Die Jahre vergingen, die Kinder wurden groß und mussten natürlich alle mit anpacken. In seiner Jugend macht Wasti einen kurzen Ausflug in die Filmbranche wo er im Ochsenkrieg an der Seite von Elfi Datzig spielen durfte.
Wir Menschen schaffen nichts Bleibendes, nichts für die Ewigkeit. Bleibend und endgültig ist allein Gott. Es ist eine Gnade, diesem Gott vertrauen zu können.

Wasti, wurde sicher geprägt durch den frühen Tod seines Vaters: Mit 20 Jahren war er der Älteste und stand fortan seiner Mutter zur Seite der Seite. Das war sicher nicht immer leicht.
Den Ausgleich zum Alltagsstress und neue Kraft zu schöpfen fand er in der Jagd und in den Bergen.

Sehr wichtig im Leben eines Menschen ist die Liebe. Der Liebe Gott hat ihm eine gutaussehende Blondine aus Nordrhein – Westphalen zugeführt. Das war die Pauli – A Preiß, evangelisch und in der falschen Partei war sie auch noch – das konnte nicht gut gehen – und doch…. und es ging sogar sehr gut.

Es war zwar nicht immer einfach, aber sie waren 52 Jahre glücklich verheiratet und er hat immer gesagt, dass die Pauli des beste war, was ihm passieren konnte – neben seinen Kindern und Enkelkindern natürlich.
Er hat stets seine eigene Meinung vertreten, war immer grad heraus – und hat gesagt, was er denkt. Was die anderen über ihn dachten, war ihm egal. Außerdem war er immer fair, wohl überlegt und stets positiv denkend.
„Wer weiß, für was es gut ist“ war ein Spruch, den er oft gesagt hat und der in vielen Lebenslagen für ihn gepasst hat.
2009 machte er mit seiner Frau und seinem Sohn Thomas mit Familie nochmal einen Neuanfang in Schönau am Königssee, wo beide sehr glücklich waren und noch einige schöne Jahre genießen durften.

Sein Enkel Lucas hat in der Schule zum Thema „Vorbilder“ geschrieben: „Mein Vorbild ist der Opa, weil der immer so viele nützliche Sachen weiß und alles erklärt und immer gut gelaunt ist. Also weil er so ist wie er ist…“
Auch der Tod seiner lieben Frau vor vier Monaten hat ihn nicht aus der Bahn geworfen – er hatte noch so viel Energie und Lebenslust – er wollte 95 Jahre alt werden– aber das hat er leider nicht geschafft.
Er ist friedlich eingeschlafen – so einen Tod hat er sich immer gewünscht.

Wir glauben, dass jeder Mensch, mit dem wir eine gemeinsame Geschichte haben, einen Teil des Gemeinsamen mitnimmt in die Vollendung Gottes. Aber auch jeder Mensch, mit dem wir eine Stück Leben geteilt haben, lässt in seinem Sterben einen Teil in uns zurück: den Teil, den wir zu Gott und in seine Vollendung bringen müssen. Das ist der Dienst, den wir als Glaubende dem Verstorbenen tun können, und auch tun sollen. Amen

„Auf der Suche nach Gott“

„Auf der Suche nach Gott“

Die Frage nach Gott gehört zu den großen Fragen der Menschheit. Seit es Menschen gibt, suchen sie nach etwas, das über sie selbst hinausgeht, suchen Antworten auf die Frage, woher sie kommen und wohin sie gehen. Die Gottesfrage ist der Anfang und das Zentrum aller Religionen. Wenn wir das Wort „Gott“ aussprechen, kommen in unserem Herzen, in unserer Phantasie, in unserer Vorstellungskraft verschiedene Bilder und Empfindungen nach oben. Haben sie etwas zu tun mit der Wirklichkeit Gottes? Können sie uns Auskunft geben darüber, wer Gott ist? Sicher nicht! Denn Gott ist kein Teil der Welt, nicht die Verlängerung unserer Wünsche und Ideen. Er ist eben ganz anders. Und doch bleibt diese Suche, die Offenheit des Menschen für das Geheimnis, das mit dem Wort Gott umschrieben wird.

Vor einigen Jahrzehnten noch galt als ausgemacht, dass Religionen langsam verschwinden werden. Als These galt: Je aufgeklärter und moderner eine Gesellschaft wird, umso weniger werden die Gottesfrage und die Religion eine Rolle spielen. Und manche Statistiken scheinen dem Recht zu geben. Aber die Diskussionen über Gottesbilder und die Wirklichkeit der Religionen sind keineswegs zu Ende. Im Gegenteil. In unserem Land leben mittlerweile viele Muslime, sie sind zum Teil seit vielen Jahren unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Auch dadurch ist Religion in unseren Kindergärten, Schulen und im gesellschaftlichen Leben neu zum Thema geworden.
Neu stellt sich aber die Herausforderung: Was bedeutet es, an Gott zu glauben? Wie können wir als Christen in der größeren Vielfalt von Religionen und Weltanschauungen, Glauben und Unglauben, in unserer Gesellschaft neu die Faszination des christlichen Bekenntnisses entdecken und bezeugen?

Wenn wir als Christen von Gott reden, kommen wir an Jesus nicht vorbei. Er ist der Maßstab unserer Rede von Gott. In ihm wird deutlich, was das unterscheidend christliche Bekenntnis ist. Das Evangelium zu Beginn der österlichen Bußzeit kann uns dazu einige Hinweise geben. Jesus ist in der Wüste und ringt um sein Verständnis von Gott, um seinen Auftrag.

In der ersten Versuchung wird Jesus aufgefordert, ein politischer Messias zu werden. Ein Sozialrevolutionär, ein Diktator der Menschen, der aus Steinen Brot macht und so alle Probleme löst, aber damit auch die Freiheit aufhebt. So will Gott nicht wirken, und so soll das Verhältnis Gottes zum Menschen nicht aussehen. Jesus wird sehr viel sagen, was auch Auswirkungen hat auf Politik und Gesellschaft, aber er wird sich wehren gegen eine politische Vereinnahmung Gottes.

Die zweite Versuchung möchte Jesus zeigen als großen Wundertäter, der durch machtvolle Zeichen das Eingreifen Gottes in die Geschichte sichtbar macht. Er soll einen allmächtigen Gott vor Augen führen, der durch Überwältigung überzeugt und den Glauben herbeizwingt. Auch so will Gott seinen Weg mit uns nicht gehen.

Die dritte Versuchung treibt alles auf die Spitze. Um die Welt zu beherrschen, soll Jesus den Teufel selbst anbeten. Was bedeutet das? Es heißt: die Welt unterwerfen durch Gewalt, Hass, Ausbeutung und Tod. Jesus widersteht auch dieser Versuchung.
Niemals darf im Namen Gottes Gewalt ausgeübt werden. Man kann Gott nicht bezeugen mit Mitteln, die uns der Teufel in die Hand gelegt hat! Auch da dürfen wir fragen, uns selbst und in die Geschichte der Kirche hinein: Waren wir immer widerständig genug gegenüber dieser Versuchung? Denn auch so will Gott nicht gesehen werden und seinen Weg mit uns nicht gehen.

Gerade heute, in einer Zeit der neuen Diskussionen über den Inhalt und die Rolle der Religionen in unserer Gesellschaft, sollten wir Christen uns neu auf den Weg machen, unsere eigene Identität entdecken, die nur von der Person, von den Worten und vom Leben und Handeln Jesu her verstanden werden kann. Wenn wir von Gott reden, wenn wir ins Gespräch und in den Dialog mit anderen Religionen und Glaubensüberzeugungen eintreten, dann tun wir es im Blick auf Jesus Christus. Mit ihm können wir uns immer neu auf den Weg machen in das große Geheimnis Gottes hinein. Bei ihm lernen wir, wer Gott für uns sein will.